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Wenn zwei sich streiten ...
Stephan Tautz bringt sich in Stellung

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Christiane Blatt hat die Oberbürgermeisterwahl in Völklingen gewonnen. Nun geht es für die damaligen Verlierer um den Trostpreis. Bernhard Geber

Oberbürgermeister für Völk­lingen wollte er eigentlich werden. Hauchdünn ist er dann Anfang Oktober Christiane Blatt (SPD) unterlegen. Nun grüßt er in sozialen Medien wie Facebook als „Ihr Bürger für Völklingen“. Stephan Tautz (58) hat seine Oberbürgermeister-Kandidatur offenbar nicht als einmaligen Ausflug in die Politik verstanden, sondern mischt weiter kräftig mit.



Er besucht nun regelmäßig  Stadtratssitzungen und gibt seinen Kommentar dazu. Hundefreunde wissen da sicher seine Anmerkung zur geplanten Steuererhöhung zu schätzen. „Ich würde mich freuen, wenn unsere Tiere mehr als Lebensbegleiter wahrgenommen werden und nicht nur als Geldbringer benutzt werden“, schreibt Tautz. Und hat dafür um die 60 „Gefällt mir“-Kilcks einkassiert. Auch bei der Bürgerwerkstatt zum Verkehrsentwicklungsplan war Tautz dabei. Der Diskussion müssten nun Taten folgen, sagt er. Zum Beispiel beim lästigen Schwerlastverkehr in der Schaffhauser Straße. Da darf er mit kräftigem Beifall aus seinem Heimatstadtteil Wehrden rechnen.

Auf Tautz’ Feuerwerk auf Facebook folgt die Frage von SPD-Politiker Werner Brakhan, ob es zutreffe, dass er vorhabe, sich als Bürgermeister zu bewerben. Tautz antwortet postwendend: Er werde vermehrt von vielen Völklingern daraufhin angesprochen. Ob dies in Frage komme, werde sich zeigen, denn über den Bürgermeister stimme der Stadtrat und nicht die Bürgerinnen und Bürger ab. Kurz gefasst: Tautz möchte eigentlich, auch wenn er es noch nicht sagt.

Bürgermeister Wolfgang Bintz  (CDU) geht am 31. Mai 2018 gleichzeitig mit Oberbürgermeister Klaus Lorig in den Ruhestand. Bei den  Sozialdemokraten werden derzeit Christof Schmidt (Innenstadt) und Erik Roskothen (Lauterbach) als Kandidaten gehandelt. Und auch, wenn die sich einig werden, reichen die SPD-Stimmen im Stadtrat alleine nicht für eine Mehrheit aus. Wobei die Pointe hinzukommt, dass die SPD-Stadtratsfraktion 2008, als der Nachfolger von Jochen Dahm zu wählen war, eine Neubesetzung der Bürgermeister-Stelle für unnötig erklärte. Und deshalb die Wahl von  Bintz boykottierte und demonstrativ aus dem Sitzungssaal auszog.

Auch wenn manches in Vergessenheit geraten sein sollte: Da ist alles für ein politisches Kuddelmuddel angerichtet. Ein Parteiloser wie  Tautz als lachender Dritter? Das ist noch Wunschdenken. Aber eines ist sicher: Stephan Tautz wird bereits an diesem Sonntag zusammen mit der IG Wehrden den Nikolaus an der Schiffsanlegestelle in Wehrden empfangen.

Und auch in Sachen Nikolaus gibt es noch ein Erinnerungsstück:  Jochen Dahm (CDU) wurde ausgerechnet am Nikolaustag 2002 überraschend zum Bürgermeister gewählt – und dies trotz einer absoluten SPD-Mehrheit. Die Sozialdemokraten haben bis heute noch nicht herausgefunden, wer da der Maulwurf in ihren Reihen war.