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Neue Berufsausbildung
Startschuss für die Feuerwehr-Klasse

Bei der Vorstellung des Ausbildungsberufes Werkfeuerwehrmann/-frau im Berufsbildungszentrum Völklingen: (von links) Norbert Moy, Schulleiter, Reiner Groß, Referatsleiter im Ministerium für Bildung, Frank Minor, Leiter der Werkfeuerwehr Dillinger, Michael Dörr, Leiter der Werkfeuerwehr Saarstahl Völklingen, Cornelis Wendler, Leiter Aus- und Weiterbildung Saarstahl und Dillinger, Patrick Philippi, Leiter Sicherheit und Gesundheit Saarstahl und Dillinger.
Bei der Vorstellung des Ausbildungsberufes Werkfeuerwehrmann/-frau im Berufsbildungszentrum Völklingen: (von links) Norbert Moy, Schulleiter, Reiner Groß, Referatsleiter im Ministerium für Bildung, Frank Minor, Leiter der Werkfeuerwehr Dillinger, Michael Dörr, Leiter der Werkfeuerwehr Saarstahl Völklingen, Cornelis Wendler, Leiter Aus- und Weiterbildung Saarstahl und Dillinger, Patrick Philippi, Leiter Sicherheit und Gesundheit Saarstahl und Dillinger. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Ausbildung am Berufsbildungszentrum Völklingen beginnt in Kooperation mit Betrieben im kommenden August. Von Andreas Lang

Noch vor dem Ende des alten Schuljahrs hat das Berufsbildungszentrum (BBZ) Völklingen einen Schritt in die nahe Zukunft getan. Zusammen mit Vertretern des Bildungsministeriums, des Regionalverbandes als Schulträger und der Unternehmen Saarstahl und Dillinger hat Schulleiter Norbert Moy am Mittwochvormittag einen neuen Ausbildungsgang vorgestellt.


Das BBZ kooperiert nun mit den beiden saarländischen Stahlbetrieben bei der Feuerwehrausbildung. Während beide Betriebe jetzt erstmals junge Menschen zu Werkfeuerwehrleuten ausbilden, richtet das BBZ die entsprechende Landesfachklasse für die Ausbildung im Saarland ein. Als deutlich sichtbares Zeichen dafür überreichten die Unternehmen ein auf einem hochmodernen CNC-Schweißbrennerautomaten gefertiges Hinweisschild an Schulleiter Moy.

„Diese Ausbildungsklasse entkompliziert die Sache für uns“, so Michael Dörr, seit einigen Monaten Leiter der Werkfeuerwehr bei Saarstahl, in unüberhörbar norddeutschem Zungenschlag. Gäbe es nicht den neuen Ausbildungsgang vor Ort, müssten Fahrten und Aufenthalte ins 200 Kilometer entfernte Rüsselsheim organisiert werden, wo die nächste Berufsschule mit entsprechendem Angebot ist. Und so kommentiert auch Saarstahl-Arbeitsdirektor Peter Schweda: „Diese neue Kooperation mit dem BBZ, mit dem wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten, ist für uns ein echter Glücksfall.“

Schulleiter Moy: „Da die Schule bereits zahlreiche technische Ausbildungsberufe mit verwandten Lern­inhalten anbietet, stehen wichtige Funktionsräume wie ein Chemie-, Biologie-, Physik- und ein Werkstoffprüflabor bereits zur Verfügung. Ebenso kann auf eine Metall- und Holzwerkstatt sowie ein Elektrolabor zurückgegriffen werden, und so fallen keine zusätzlichen Sachkosten an.“ Die Nähe zu Saarstahl und die gute Verkehrsanbindung sprächen zudem für den Standort am Bachberg, meint Karlheinz Wiesen, Beigeordneter des Regionalverbandes Saarbrücken.

Zum neuen Ausbildungsjahr werden je sieben Auszubildende je Standort die neue Klasse bilden, wie Cornelis Wendler, Ausbildungs- und Weiterbildungsleiter der Dillinger, ankündigte. Besonders freut ihn: „Schon bei der Premiere sind zwei Werkfeuerwehrfrauen mit dabei.“ Die Ausbildung selbst bezeichnet er als außerordentlich vielfältig und anspruchsvoll.



Die Werkfeuerwehren der saarländischen Stahlindustrie an den Standorten Dillingen, Völklingen/Burbach und Neunkirchen nehmen sämtliche Aufgaben des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes sowie der technischen Hilfe wahr. Die Teams sind Partner in allen Fragen des Brandschutzes und der Gefahrenabwehr. Die Werkfeuerwehr Dillinger besteht zur Zeit aus 72 haupt- und 30 nebenamtlichen Feuerwehrleuten. Die Werkfeuerwehr Saarstahl Völklingen/Burbach besteht aus 50 haupt- und 16 nebenamtlichen Feuerwehrleuten. Die Werkfeuerwehr Saarstahl Neunkirchen besteht aus zwei haupt- und 31 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten.

Im Saarland gibt es derzeit 16 Werkfeuerwehren. Einige weitere Betriebe haben bereits Interesse an einer Kooperation mit der Landesfachklasse signalisiert.