„Stärker kaputt als erwartet“

Die Gutachter, die den Bau-Pfusch eines Völklinger Unternehmers auf der Berliner Promenade untersucht haben, sind mit ihrer Arbeit fertig, sagt die Stadtverwaltung. Nun schreitet man zur „endgültigen Mängelbeseitigung“. Das wird etwa acht Wochen dauern und rund 90 000 Euro kosten.

Kaum ging es los, war auch schon Pause. Wegen der Drainmatten, sagt Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Von denen werden für die Treppe der Berliner Promenade nämlich mehr gebraucht, als das Baudezernat vermutet hat. Der Bauzaun steht zwar schon auf der Treppe, aber es gebe noch "eine Verzögerung von zwei bis drei Tagen". Drainmatten zwischen Fundament und Treppenplatten brauche man, damit das Wasser "kontrolliert abfließt". Das ist vor allem im Winter wichtig, wenn die Gefahr besteht, dass Wasser, das nicht richtig abfließt, zu Eis wird und dann für Risse im Bauwerk sorgen könnte.

Als die oberen der drei Treppenläufe ausgebessert wurden, weil dort die aus Metall gefertigten "Baumstämme" für das "Unterbrochener Wald"-Mahnmal eingesetzt wurden, habe man sich ein Bild vom Ausmaß des Problems machen können, sagt Wandel-Hoefer. Im unteren Bereich der Treppe zeige sich aber nun: "Da ist einiges stärker kaputt als erwartet." Deshalb werden mehr Drainmatten gebraucht. "Die mussten nachbestellt werden", erklärt die Dezernentin die kurze Verzögerung der Sanierungsarbeiten.

Es werden nun alle Treppenstufen abgehoben, gereinigt, und neu abgedichtet - nachdem die Zwischenräume "vollständig befüllt" werden. Das betont Wandel-Hoefer, weil der Völklinger Bauunternehmer, der von der Stadt beauftragt war, es nicht korrekt getan habe. Wenn alles richtig befüllt sei, "dann hält das auch", versichert Wandel-Hoefer.

Das Ganze koste 90 000 Euro. Es handele sich für die Stadt, also für den Steuerzahler, nicht um Zusatzkosten, versichert Stadtpressesprecher Thomas Blug. Man habe vorsorglich noch nicht alle Rechnungen des Bauunternehmers bezahlt.

Die Treppe wird für die Ausbesserungsarbeiten nicht komplett gesperrt. Es werden jeweils so kleine Flächen abgesperrt, dass die Treppe noch zu nutzen ist, sagt Wandel-Hoefer.

Wenn die Treppe saniert ist, soll es mit dem Willi-Graf-Ufer, also der Uferpromenade, weitergehen. Unterhalb der Treppe bis zum Ufer sei zu wenig Schotter unter dem Betonsteinpflaster. Auch die Frostschutzschicht sei nicht ordnungsgemäß verlegt. Um das auszubessern, sollen rund 400 Quadratmeter geöffnet werden. Wegen ähnlicher Mängel soll auch östlich der Luisenbrücke die Promenade auf einer Länge von 25 bis 30 Metern saniert werden. Diese Arbeiten sollen in der zweiten Septemberhälfte beginnen.

Den Boden zwischen Treppe und Uferkante kann man erst in acht Wochen, also nach Abschluss der Arbeiten an der Treppe, erneuern. Alle Zeitangaben, sagt Blug, seien natürlich abhängig von der Witterung. Und Wandel-Hoefer betont: Man verlege neue Drainmatten, keine Tränenmatten.