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Stadtrat steht vor Zukunfts-Entscheidungen

Völklingen. Hatte Völklingens Stadtrat jemals zuvor Beschlüsse von so großer Tragweite zu fassen? Am Donnerstag muss er die Weichen stellen für die Zukunft der Meeresfischzucht-Anlage – und die Zukunft der Innenstadt. Doris Döpke

Die wohl spannendste Frage wird der Völklinger Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 26. März, einmal mehr hinter verschlossenen Türen diskutieren. "Konzernangelegenheiten" steht auf der Tagesordnung des nichtöffentlichen Sitzungsteils; es geht um die kriselnden Stadtwerke. Und einmal mehr haben die Stadtverordneten kaum Zeit, um vorher allein im stillen Kämmerlein oder in den Fraktionen nachzudenken über die Tragweite dessen, was sie beraten und vielleicht beschließen: Erläuterungen zum Thema werden "nachgereicht", oder es "wird in der Sitzung berichtet", heißt es in der Vorlage.

Im Zentrum dürfte die Zukunft der Meeresfischzucht stehen. Der Rat hatte Anfang Februar einhellig beschlossen, dass der Betrieb verkauft werden soll, rasch, möglichst bis Ende März. Falls bis dahin noch kein Kaufvertrag steht, aber ein Abschluss binnen kurzer Frist möglich erscheint - drei, vier Wochen, hieß es damals aus den Fraktionen -, wollten die Stadtverordneten sich noch so lange gedulden. Sollte sich bei der Ratssitzung Ende März, also der übermorgigen, kein handfestes Ergebnis abzeichnen, plädierte der Rat dafür, den Fischzucht-Betrieb zu liquidieren. Von 13 Kaufinteressenten war im Februar die Rede. Wie sich die Dinge seither entwickelt haben, darüber ist bisher kein Sterbenswörtchen an die Öffentlichkeit gedrungen.

Aber auch der öffentliche Teil der Stadtratssitzung hat es in sich. Denn dort wird das Thema City-Center - genauer: "Grundstücksangelegenheit" - behandelt. Worum es dabei geht, hatte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) jüngst bereits in einer Pressekonferenz vorgestellt: Die Verwaltung hat mit der Main Asset GmbH, der deutschen Vertreterin des internationalen Finanzinvestors Patron Dieter II, ein Grundstückskauf-Paket ausgehandelt (wir berichteten bereits). Patron Dieter II ist Eigentümerin des gesamten Innenstadt-Areals, auf dem das inzwischen gescheiterte City-Center entstehen sollte. Einen Teil der Flächen, darunter die Kaufhof-Ruine, hatte die Stadt an den Investor verkauft - mit der Option, dass sie den Handel rückabwickeln kann, wenn das Center nicht kommt. Die übrigen Grundstücke hatte Patron Dieter II von Privatleuten erworben. Der Rat hatte OB Lorig im Dezember beauftragt, über den Erwerb des Gesamtareals zu verhandeln. Denn, so die einhellige Meinung der Stadtverordneten, nur ein Gesamt-Plan für die Stadtmitte sei sinnvoll.

Potenziellen Zündstoff birgt außerdem der Grünen-Antrag, mit Blick auf die Kassenlage der Stadt die Bauarbeiten am Fürstenhausener Sportplatz sofort zu stoppen. Jedoch lässt sich nach den jüngsten Äußerungen von SPD- und CDU-Vertretern vermuten, dass die beiden großen Ratsfraktionen diesen Antrag ablehnen werden.

Der Völklinger Stadtrat tagt am Donnerstag, 26. März, 17 Uhr, im Großen Saal des Neuen Rathauses. Der erste Teil der Sitzung ist öffentlich.