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Öffentliches WLAN und Bürgerbüro
Stadt Völklingen sucht den Anschluss

Im Völklinger Bürgerbüro müssen die Besucher derzeit Nerven zermürbende Wartezeiten auf sich nehmen, sofern sie überhaupt noch an die Reihe kommen.
Im Völklinger Bürgerbüro müssen die Besucher derzeit Nerven zermürbende Wartezeiten auf sich nehmen, sofern sie überhaupt noch an die Reihe kommen. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Es hakt beim öffentlich zugänglichen WLAN und beim Bürgerbüro. Bei der Kommunikation hinkt die Stadt Völklingen noch dem Internet-Zeitalter hinterher. Doch es soll besser werden, verspricht die Stadtverwaltung. Von Bernhard Geber

Stundenlange Wartezeiten erlebt man beim Bürgerbüro im Völklinger Neuen Rathaus. Unvermittelt droht auch noch ein Annahmeschluss. Weil die Mitarbeiter durch den Andrang überlastet sind, müssen dann Bürger unverrichteter Dinge abziehen.


Es geht auch anders, wie die Stadt Saarbrücken zeigt. Dort kann man per Internet sogar schon konkrete Termine mit den Bürgerbüros vereinbaren. Wie weit ist Völklingen? Nach Rücksprache mit den EDV-Fachleuten rund um Martin Alt antwortet Stadt-Pressereferent Uwe Grieger: „Im Bürgerbüro wird es voraussichtlich im September eine neue Aufrufanlage mit erweiterten Funktionen (Internetwasserstandsmeldungen, QR Code etc.) geben.“ Das heißt: Bürger werden sich dann aktuell orientieren können, wie groß ihre Chance ist, am fraglichen Tag mit ihrem Anliegen im Bürgerbüro anzukommen. Und Grieger setzt noch eine Verheißung drauf: „Ein Terminreservierungsprogramm ist ebenfalls in Vorbereitung.“ Dann zöge Völklingen hier mit der Landeshauptstadt gleich.

Moderne Städte sorgen auch dafür, dass Besucher und Touristen ihre Handytarif-Einheiten schonen könne. Das Schlüsselwort heißt öffentliches WLAN (siehe Info) an stark besuchten Orten. Im Januar 2016 war bereits eine Offensive in Völklingen geplant. Damals hatte der zuständige Stadtratsausschuss einstimmig ein von Lars Hüsslein (heute persönlicher Referent von Oberbürgermeisterin Christiane Blatt, SPD) vorgetrages Konzept befürwortet. Frei zugängliches Internet sollte demnach am Rathausplatz, am Otto-Hemmer-Platz, am Adolph-Kolping-Platz, im Pfarrgarten, teilweise auch in der City-Promenade, am Völklinger Platz, im Freibad am Köllerbach und in der Hermann-Neuberger-Halle bereitgestellt werden. Damals präsentierte sich auch bereits eine Firma, die das Netz für rund 30 000 Euro einrichten wollte.



Doch dann traten Bedenkenträger rund um den früheren Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) auf den Plan. Ihr Argument war neben den Kosten vor allem die so genannte Störer-Haftung: Die Stadt könne für eventuellen Missbrauch ihres Netzes verantwortlich gemacht werden.

Es kam bisher nur zu einem kleinen Schritt: Zum Frühlingsmarkt im April 2017 startete der „Free Hotspot Völklingen“ rund um das Alte Rathaus. Dieser Hotspot läuft über das Glasfasernetz der VSE-Netzgesellschaft. Die Verbindung ist je nach exaktem Standort von unterschiedlicher Qualität. So dürfte es Besuchern schwer fallen, das Geschehen bei den City-Open-Airs im Pfarrgarten aktuell ihren Freunden im Netz zu übermitteln. Ansonsten ist festzustellen, dass bisher nicht einmal Besucher des Bürgerbüro, an diese Stelle war mit als Erstes gedacht, von freiem WLAN profitieren können.

Warum stockt der ehrgeizige Plan von Anfang 2016? „Nach Abschluss am Alten Rathaus erfolgte die Eröffnung eines EU-weiten Förderprogrammes. Deshalb wurde der bisher mit Eigenmitteln finanzierte Ausbau ausgesetzt bis zu Klärung, ob die Stadt Völklingen die umfassende Förderung erhalten kann. Der EU-Prozess läuft noch und wird wahrscheinlich gegen Ende des Jahres abgeschlossen“, antwortet Grieger. Damals war auch die Auflage einer eigenen „Völklingen App“ für Handys im Gespräch. Dieser Plan ist zu den Akten gelegt, aber: „Es wird derzeit an einem neuen Internetauftritt gearbeitet, der auch sehr gut für mobile Endgeräte geeignet ist und diverse Zusatzfunktionen bieten wird“, antwortet Grieger.

Am Kolpingplatz funktioniert die Suche nach „Free Hotspot Völklingen“ bereits recht gut.
Am Kolpingplatz funktioniert die Suche nach „Free Hotspot Völklingen“ bereits recht gut. FOTO: Bernhard Geber