Stadt stopft Schlupflöcher

Völklinger Bequemparker nutzen jede Chance: Nachdem Parkuhren und Parkscheinautomaten abgebaut wurden, sehen sie das als Lizenz zum Dauerparken. Dem will die Stadt nun einen Riegel vorschieben.

Selbst, wenn die Hilfspolizisten hinkommen, können sie dort nichts tun: Wolfried Willeke, Sprecher der SPD im Stadtentwicklungsausschuss, hat in der jüngsten Sitzung am Mittwochabend Schwachstellen der städtischen Parkordnung geschildert.

Sie liegen zum Beispiel in der Poststraße, wo wegen der Baustelle Ärztehaus der Parkscheinautomat abgebaut wurde. Und die alten Schilder, die dazu aufforderten, einen Parkschein zu ziehen, blieben. Wegen Dingen, die nicht möglich sind, kann man natürlich niemand aufschreiben. Was dann laut Willeke dazu führte, dass manche, darunter auch Ladeninhaber, dort von morgens bis abends stehen blieben. Eine ähnliche Situation hat der SPD-Politiker auch in der Rathausstraße ausgemacht, seit dort vor einem Friseursalon Parkuhren verschwanden.

Die Parkzeitbegrenzung, so Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ), soll nun ganz schnell wieder zur Geltung gebracht werden. Im Fall Poststraße reicht es laut Herbert Mailänder, Leiter der Ortspolizeibehörde im Rathaus, bereits aus, "drei Buchstaben zu überkleben". Und so den "Parkschein" in eine "Parkscheibe" umzuwandeln.

Auch vor der neuen Polleranlage bei der Sparkasse Saarbrücken an der Forbacher Passage herrschte bisher fröhliches Wild-Parken. Da ist inzwischen Ordnung eingekehrt. Die Stadt hat 18 legale Parkflächen markiert und diese mit dem Schild "Mit Parkscheibe eine halbe Stunde" versehen. Da gibt es natürlich auch Leute, die einfach die Scheibe weiterdrehen. Und deshalb ist hier laut Mailänder auf Sicht an einen Parkscheinautomaten ("mit Parkschein eine Stunde") gedacht. Auf der Gegenseite, vor der Polleranlage an der Stadtsparkasse, dauert aber laut Willeke das rücksichtslose Parken an. Zusätzliche Poller könnten hier allerdings laut Lorig die Zufahrt zu einem Behindertenparkplatz erschweren. "Da gibt es immer Leute, die sich einfach irgendwo hinstellen. Das wird nur aufhören, wenn es richtig teuer wird. Da müsste man eigentlich den ganzen Tag über jemanden hinstellen", seufzte der Oberbürgermeister.

Bequem-Parker nutzen auch gerne die Busspuren in der Bismarckstraße und der Rathausstraße. Lorig überlegt sich nun mit Mailänder, ob man nicht diese großzügig angelegten Busspuren in der Länge reduzieren und dann dort einige legale Parkplätze ausweisen kann. Das sind aber Dinge, die man nicht einfach mit dem Überkleben von drei Buchstaben erledigen kann. Da müsste unter Umständen noch ein an die 40 000 Euro teures Zusatzgutachten zum Verkehrsentwicklungskonzept erstellt werden, das bereits in Arbeit ist.

Irrweg für Fußgänger

 Auf der (von hier aus gesehen) linken Seite des Globus-Kreisels ist für Fußgänger kein Durchkommen. Foto: Jenal
Auf der (von hier aus gesehen) linken Seite des Globus-Kreisels ist für Fußgänger kein Durchkommen. Foto: Jenal Foto: Jenal

Preiswert und schnell könnte man dagegen Fußgängern helfen, die auf dem Weg zwischen Bahnhof und Innenstadt am Globus-Kreisel stecken bleiben. Der an sich logische Weg, erinnerte Brunhilde Folz (SPD ), verliefe auf der Woolworth-Seite. Doch dort haben die Fußgänger inzwischen drei riskante Fahrbahn-Überquerungen vor sich, die laut Lorig nur mit größtem Aufwand sicher zu gestalten wären. Die offiziellen Überwege in der Rathausstraße sind deshalb auf der Poststraßen-Seite eingerichtet, was für Fußgänger ab und zum Bahnhof einen Bogen mit sich bringt. "Die Leute wissen oft nicht, dass sie am Kreisel nicht weiterkommen", sagte Wolfried Willeke (SPD ). "Warum stellt man nicht vorne ein Schild auf: Fußgänger , bitte Straßenseite wechseln?" - "Ein sehr guter Vorschlag", antwortete Oberbürgermeister Lorig.