Sanierung am Hindenburgplatz: Stadt saniert den Hindenburgplatz

Sanierung am Hindenburgplatz : Stadt saniert den Hindenburgplatz

Die gute Nachricht: Der Hindenburgplatz in Völklingen bekommt neuen Asphalt. Die schlechte Nachricht: Bäume müssen fallen.

Geredet wurde davon schon lange: Der Völklinger Hindenburgplatz ist in schlechtem Zustand, in den vergangenen Jahren wurde er mehr und mehr zum huckeligen Teppich aus Asphalt-Flicken und Pfützen. Das sieht die Stadtverwaltung offenbar auch als Problem. Auf der gesamten Fläche, schreibt Jürgen Manz, persönlicher Referent von Oberbürgermeister Klaus Lorig, in einer Pressemitteilung, sei „ein großes Ausmaß an Verkehrs- und Unfallgefahren erreicht“. Nicht tolerabel auf einem der größten Parkplätze der Stadt – jetzt ist eine Grundsanierung des Asphalt geplant, verbunden mit Maßnahmen zur „Verbesserung der vorhandenen Oberflächenentwässerung“.

Beginnen sollen die Arbeiten nach aktueller Planung in der kommenden Woche. Am Montag, 23. Oktober, sollen die nötigen Verkehrssicherungsmaßnahmen über die Bühne gehen, am Dienstag darauf die Fräsarbeiten starten, teilte Manz gestern auf SZ-Nachfrage mit. Rund 40 Tage Bauzeit haben die Verantwortlichen veranschlagt. Gesperrt wird zunächst die obere Hälfte des Platzes, Richtung  Neues Rathaus, dann die untere Hälfte. Die jeweils andere  Hälfte des Platzes bleibt offen, steht also  weiterhin Kurzparkern zur Verfügung.

Im Vorfeld sind die kommunalen Sanierer über ein Problem gestolpert. Den Bäumen, die als Reihe an der Hohenzollernstraße stehen, und dem Baum-Trio an der Zufahrt geht es schlecht. Sehr schlecht: Der Asphalt reicht ihnen teilweise bis an den Stammfuß. Wasser bekommen sie nur aus Rissen im Asphalt. Und der Boden, in dem sie wurzeln, ist alles andere als nahrhaft, er besteht nämlich aus verdichtetem Bauschutt. Kaputte Bordsteine – die ausgetauscht werden müssen – liegen teilweise 20, 30 Zentimeter neben dem Stamm. Und die Feinwurzeln der Bäume verlaufen oberflächennah, gleich unter der schadhaften Asphaltschicht. Die Sanierer sind in der Klemme: Soll der Platz vernünftig, sprich nach den Regeln der Technik, instandgesetzt werden, würden die Bäume noch weiter leiden, auch wenn die Bauarbeiter vorsichtig zu Werke gehen und – kostspielige – Handarbeit leisten würden. Nehmen sie Rücksicht auf bereits geschädigte Bäume, kann nicht so saniert werden, wie es nötig wäre.

So haben sie entschieden, die Baumreihe an der Hohenzollernstraße und die drei Bäume in der Zufahrt zu fällen. Aber es werde  neue Bäume geben, heißt es, im Frühjahr sollen die gepflanzt werden. Und die neuen Bäume sollen von vornherein gesünder aufwachsen als ihre Vorgänger. Sie sollen in ordentliches Baumsubstrat gesetzt werden.

Fällung und Ersatzpflanzung haben auch einen Kostenaspekt. Denn Bäume, deren Vitalität sich in Grenzen hält und deren Standfestigkeit womöglich eingeschränkt ist, fordern enorm viel Pflege. Die städtischen Gärtner müssen regelmäßig Totholz aus den Kronen schneiden. Sie müssen die kränkelnden Bäume noch öfter, noch aufmerksamer kontrollieren als deren Artgenossen im Stadtgebiet, damit niemandem Äste auf den Kopf fallen. Und sie müssen im – ungeeigneten – Untergrund, in dem Wurzeln kreuz und quer wachsen statt in die Tiefe, von Hand arbeiten statt mit Maschinen.

Eingezwängt: Die alten Bäume vor der Mühlgewannschule haben viel zu kleine Pflanzscheiben. Um sie herum ist Entsiegelung geplant, damit sie künftig besser wachsen können. Foto: BeckerBredel
Rissig, x-mal geflickt, uneben, voller Stolpergefahren: Der Asphalt auf dem Hindenburgplatz lässt sich inzwischen nicht mehr reparieren – eine Grund-Sanierung ist fällig. Foto: BeckerBredel

Die alten Bäume an der Mühlgewannschule – große, eindrucksvolle Exemplare – bleiben aber unberührt.  Im Gegenteil, für sie sind im Zuge der Platzsanierung Verbesserungen geplant: Ihr Standort soll entsiegelt werden, damit Wasser, Luft und Nährstoffe freie Bahn zu den Wurzeln haben.

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