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Stadt macht Wohnungen fit für Flüchtlinge

Stadt macht Wohnungen fit für Flüchtlinge

In Syrien, Afghanistan, Eritrea und anderswo fliehen Tausende von Menschen vor Krieg und Terror. Auch in Völklingen leben zahlreiche Flüchtlinge – die Stadt ist verantwortlich für ihre Unterbringung. Wie es damit aussieht, war am Mittwochabend Stadtrats-Thema.

Zurzeit leben in Völklingen 100 erwachsene Flüchtlinge . Sie sind in 18 Wohnungen der Gemeinnützigen Städtischen Wohnungsgesellschaft (GSW) und in vier Privatwohnungen untergebracht. Einige der Hilfesuchenden wurden von ihren Familienangehörigen aufgenommen. "Es ist uns bisher immer gelungen, die Menschen unterzubringen", erklärte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) am Mittwochabend im Hauptausschuss des Völklinger Stadtrats. Nach dem Landesaufnahmegesetz sind die saarländischen Kommunen verpflichtet, vom Land verteilte Asylbewerber und Flüchtlinge aufzunehmen.

Auf Antrag der CDU-Stadtratsfraktion informierte der Verwaltungschef über die aktuelle Entwicklung. Anfangs, erläuterte Lorig, habe es "enorme Probleme" gegeben mit der Unterbringung von Flüchtlingen. Einen Tag, nachdem man über die Zuteilung informiert wurde, standen die Flüchtlinge vor der Tür. Inzwischen gebe es eine Vorlaufzeit von drei bis vier Wochen. "Es läuft relativ entspannt", sagte der Rathauschef.

Auch 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wohnen in der Stadt, unter anderem im Clearinghaus auf dem Heidstock. Ihren Betreuern vom Diakonischen Werk attestierte Lorig eine "sehr gute Arbeit". Er lobte auch das Sozialkaufhaus am Nordring für die große Unterstützung bei der Ausstattung von Wohnungen mit Möbeln.

Probleme, erklärte der Oberbürgermeister, gebe es bei der Unterbringung in privaten Wohnungen. Eigentümer, denen die Sozialamts-Mietzahlungen nicht ausreichen, stellten keinen Wohnraum zur Verfügung. Lorig berichtete auch von Fällen von Vandalismus in den Unterkünften.

Bei der Schaffung zusätzlichen Wohnraums für Flüchtlinge setzt die Stadt auf ein fünf Millionen Euro schweres Sonderprogramm des Landes. Anträge wurden bereits gestellt. Einen Zuschuss erhofft sich die Verwaltung für ein städtisches Gebäude in der Zilleichstraße. Es soll für rund 400 000 Euro wieder in Schuss gebracht werden. Nach der Sanierung könnten dort etwa 33 Menschen untergebracht werden. Außerdem will man mit finanzieller Unterstützung 40 freie Wohnungen von GSW und Allgemeiner Baugenossenschaft Völklingen 04 herrichten. Ein Antrag auf Förderung für Sozialbetreuung wurde ebenfalls gestellt.

Zu den verschiedenen Völklinger Zuschuss-Anträgen erwartet Lorig im Januar eine Rückmeldung von der Landesregierung. Laut den Richtlinien des Sonderprogramms beträgt die Förderung pro Maßnahme 50 Prozent, jedoch maximal 50 000 Euro.

Zum Thema:

Auf einen Blick:Fünf Millionen Euro stellt das Land den Kommunen zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum für Asylbewerber und Flüchtlinge zur Verfügung. Die Mittel setzen sich wie folgt zusammen: drei Millionen Euro aus dem Finanzministerium, eine Millionen Euro aus dem Umweltministerium und eine Million Euro aus dem Innenministerium. Der so geförderte Wohnraum soll längerfristig auch anderen Personen mit besonderen Problemen beim Zugang zum Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Gedacht ist etwa an einkommensschwache Hauhalte und an Emfänger von Sozialleistungen. Maßnahmen müssen bis spätestens 31. Dezember 2015 begonnen und bis spätestens Ende 2016 abgeschlossen werden. tan