Sprechstunde mit Hindernissen

Völklingen. Darauf sind die CDU- und die SPD-Fraktion im Völklinger Stadtrat stolz: auf ihre Bürgersprechstunden, die sie seit Jahren regelmäßig anbieten. Das geschah bisher im achten Stock des Neuen Rathauses. Doch da wird jetzt saniert und umgebaut

Völklingen. Darauf sind die CDU- und die SPD-Fraktion im Völklinger Stadtrat stolz: auf ihre Bürgersprechstunden, die sie seit Jahren regelmäßig anbieten. Das geschah bisher im achten Stock des Neuen Rathauses. Doch da wird jetzt saniert und umgebaut. Deshalb richtet die Stadt allen Fraktionen, auch den kleinen, das frühere Haus Waschbüsch links des Alten Rathauses als neues Haus der Fraktionen ein. CDU und SPD hatten dort bereits für gestern Sprechstunden angekündigt, und die SZ sah nach.Unangemeldet erscheinen wir fast pünktlich um zehn Uhr bei der CDU im ersten Stock. Der neue Hauseingang durch das Alte Rathaus ist noch nicht fertig. So nehmen wir die Seitentür, die früher hoch zum Hautarzt führte; zum Glück, doch davon später mehr, ist sie offen. Und treffen dann nach einem Suchmarsch durchs (unbeschilderte) Treppenhaus auf CDU-Fraktionsgeschäftsführerin Birgit Becker. Becker ist vor Ort, um die Fraktionsräume fertig einzurichten. Das erweist sich als doppelt gut, weil der Mann, der die Sprechstunde halten sollte, aus persönlichen Gründen nicht kommen kann. Und es gibt gleich doppeltes Malheur. Martin Heckert, städtischer Bauleiter, kommt herein und fragt: "Habt ihr den Schnapper zugemacht?" Die CDU kann ja kein Interesse daran haben, dass niemand kommt, und so muss es wohl einer der (noch allgegenwärtigen) Handwerker gewesen sein. Ein Vertreter der Jungen Union hat derweil durch die Räume des Pflegestützpunktes einen Weg ins Haus gefunden. Und schließlich kommt auch ein Bürger vom Heidstock, der Becker um Hilfe wegen eines ungepflegten Grünstreifens bittet. Besuch von der SZ erhält dann um 15 Uhr, pünktlich zur SPD-Sprechstunde, der Stadtverordnete und Oberbürgermeisterkandidat Norbert Degen. Die Klingel funktioniert noch immer nicht, aber die Haustür ist inzwischen zufall-sicher verkeilt. Bei Degen ist bereits die Hütte voll. Er spricht gerade mit Vertretern der Bürgerinitiative Stadtmitte. Nebenan, im kleinen Büro, unterhält sich Fraktionschef Erik Kuhn mit einer auswärtigen Expertin für Stadtplanung. Und Geschäftsführer Wolfried Willeke meldet alle wesentlichen Dinge vom Online-Zugang bis zur Kaffeemaschine betriebsbereit. Wobei allerdings auch er sich noch Hinweisschilder wünscht.Degen kennzeichnet das neue Haus nur als Übergangslösung, weil die Fraktionen doch eigentlich ins Neue Rathaus gehörten. Das Haus Waschbüsch sei ursprünglich fürs Archiv bestimmt gewesen, und der jetzige Ausbau habe die Stadt "sicher über 400 000 Euro" gekostet. Genaueres weiß Heinz Beck, Leiter des städtischen Grundstücks- und Gebäudemanagement-Betriebes: rund eine Million Euro, wobei ein Zuschuss von 375 000 Euro aus einem Konjunkturprogramm abzuziehen sei.