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Spitze in der Prüfung – nur die Wette mit dem Chef hat er verloren

Brillen überall: Charlie Aschemann an seinem Völklinger Arbeitsplatz. Dort, mitten im Geschäft, gibt es übrigens einen speziellen Mitarbeiter-Parkplatz – einen Fahrradständer.
Brillen überall: Charlie Aschemann an seinem Völklinger Arbeitsplatz. Dort, mitten im Geschäft, gibt es übrigens einen speziellen Mitarbeiter-Parkplatz – einen Fahrradständer. FOTO: Becker & Bredel
Völklingen. Das Informatikstudium war's nicht, Charlie Aschemann sattelte um, begann eine Ausbildung bei der Völklinger Firma Optik Mudrack. Die hat er nun als Landesbester abgeschlossen. Und bereits die Meisterprüfung im Blick. Paula Bleschke (bub)

.Uwe Hoff, Inhaber der Völklinger Firma Optik Mudrack, kann mit Recht stolz sein. Denn nachdem bereits zwei Jahre zuvor seine Auszubildende Annika Breinig ihre Abschlussprüfung als Landesbeste ablegte, hat es nun auch Azubi Charlie Aschemann zu dem Titel gebracht.



Nach seinem Abitur am Saarbrücker Otto Hahn-Gymnasium begann Charlie Aschemann, der aus Malstatt kommt, zunächst ein Informatik-Studium an der Universität des Saarlandes . Doch nach drei Semestern merkte der heute 25-Jährige, dass der Studiengang nicht seinen Erwartungen entsprach. "Ich war auf der Suche nach einem technischen Beruf, bei dem ich aber auch Kundenkontakt habe", erzählt Aschemann. Daraufhin habe er sich in der Umgebung nach einem Arbeitsplatz umgesehen und wurde in Völklingen fündig.

2013 begann er erst einmal ein Praktikum und wurde direkt als Azubi übernommen. Während der dreijährigen Ausbildung lernte er bereits alle Aspekte des Berufsalltag kennen: "Ich war direkt in allen Bereichen tätig", erklärt Charlie Aschemann, "das heißt im Verkauf, in der Werkstatt, Beratungsgespräche führen und Bestellungen aufgeben."

Mit jeweils 95 von 100 Punkten hat der junge Optiker seine Abschlussprüfung mit Bravour bestanden. Und eine Weiterbildung zum Meister steht bereits für 2017 auf dem Programm.

"Es war schon geplant, dass ich Landesbester werde, nachdem Annika Breinig diesen Titel schon geholt hatte", berichtet der 25-Jährige, "aber die Wette, die ich mit meinem Chef abgeschlossen hatte, habe ich leider nicht gewonnen." 98 Punkte in der Abschlussarbeit, darum drehte es sich; jedoch fehlten ihm drei Punkte zum Wettsieg. "Jetzt muss ich meinem Chef einen Kinobesuch ausgeben", erzählt der ehemalige Azubi und lacht.

Wenn der junge Optiker nicht gerade Brillen verkauft oder sogar eigene Brillen entwirft und gestaltet, wie es in seiner Abschlussprüfung gefordert war, verbringt Charlie Aschemann seine Freizeit mit Tischtennis spielen. Und er fährt Mountainbike - während der Arbeit ist sein Rad direkt im Laden "geparkt".