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Spielen verbindet Kinder aus aller Welt

Spielen verbindet Kinder aus aller Welt

Donnerstags ist Spielenachmittag beim Kinderschutzbund in Völklingen. Die Nationalität ihrer neuen Kameraden ist Giulia und Luca da schnuppe. Wichtiger ist die Frage, wie viele Karten die Kollegen noch in der Hand haben.

Die Kinder spielen mit Puppen oder malen ein Bild. Einige Jungs rutschen mit den großen Modellautos über den Teppich. Brumm! Brumm! Brumm! Das Polizeifahrzeug ist beliebt, landet aber trotzdem auf dem Abschleppwagen. Unterdessen bereitet der zweieinhalbjährige Resan in der Puppenküche ein leckeres Mahl. Einige Plastik-Zutaten landen im Topf, andere auf dem Boden.

Das bunte Treiben herrscht am Donnerstag beim Kinderschutzbund in der Völklinger Rathausstraße. Mit seinem Spielenachmittag beteiligt sich der Ortsverband an der Interkulturellen Woche. Einige der jungen Besucher haben kurz zuvor in der Lerngruppe ihre Hausaufgaben beendet, andere sind dazu gestoßen. Kinderschutzbund-Chefin Gisela Rink ist da, auch die städtische Integrationsbeauftragte Gülsah Bora schaut vorbei.

Die zweite Vorsitzende Christine Jungblut und die achtjährige Fatima greifen zu einem Memory-Spiel mit Motiven aus dem Nemo-Film. Der Kartenstoß des Mädchens wächst schnell, sie gewinnt. "Wie immer!", verkündet Jungblut lächelnd. Anschließend unterhält sie sich mit einer Mutter, die gerade vom Arzt kommt. Ihr Nachwuchs wurde geimpft, jetzt gibt es noch einige Fragen.

"Wer will mit Villa Paletti spielen?", fragte Geschäftsstellenleiterin Elke Schneider. Aus Säulen soll eine Pyramide gebaut werden. Schnell hat sich eine Runde mit Nachwuchsarchitekten gebildet. Konzentration und Geschick sind gefragt. "Langsam!", rät ein Mädchen ihrem Kollegen.

"Donnerstags ist immer Spielenachmittag", erklärt Schneider wenig später einer Mutter, die mit Tochter Giulia und Sohn Luca erstmals beim Kinderschutzbund reinschaut. Schon kurz nach ihrer Ankunft sitzen die Geschwister mit einem halben Dutzend Kindern am Tisch und widmen sich dem Uno-Kartenspiel.

Insgesamt treffen sich in den Räumlichkeiten etwa 15 Grundschüler, darunter auch drei Flüchtlingskinder. Die Jungs und Mädchen haben ihre Wurzeln in Italien, Pakistan, Syrien, der Türkei oder dem Irak. Die Nationalität der neuen Spielkameraden ist Giulia und Luca allerdings schnuppe. Wichtiger ist die Frage, wie viele Karten die Kollegen noch in der Hand haben.

Die Atmosphäre im Domizil des Kinderschutzbundes ist entspannt. Und obwohl ordentlich Betrieb herrscht, bleibt es relativ ruhig. Wohl auch wegen einer Regel, auf die Elke Schneider verweist: "Wenn etwas anliegt, redet man miteinander, anstatt zu streiten."