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Regenbogenschule und Haydnschule
SPD will Kostenexplosion bei Schulen stoppen

Das Eckhaus Kleine Bergstraße 1 in Wehrden beherbergte früher eine Gaststätte. Dahinter schließt sich das Gelände der Regenbogenschule an.
Das Eckhaus Kleine Bergstraße 1 in Wehrden beherbergte früher eine Gaststätte. Dahinter schließt sich das Gelände der Regenbogenschule an. FOTO: Bernhard Geber
Völklingen. Braucht man Millionen für Schul-Neubauten in Völklingen, während in der Nähe ungenutzte Gebäude stehen? Diese Frage hat nun die SPD aufgeworfen. Von Bernhard Geber

Ein ungewöhnlicher  Kindersegen, vor allem verursacht durch Flüchtlingsfamilien und Zuwanderer aus früheren Ostblock-Ländern, ist auf die Völklinger Grundschulen zugekommen (siehe „Hintergrund“). Die Stadt hat bereits reagiert, indem sie auf Schulhöfen Container aufstellen ließ. Doch das kann nur eine Zwischenlösung sein. Die Bauabteilung im Völklinger Rathaus plant bereits millionenschwere Neu- und Zubauten. Erik Kuhn, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat, wirft nun die Frage auf, ob es nicht mit Umbau und Sanierung bestehender Gebäude ebenso zweckmäßig, aber weit preiswerter ginge.


Kuhn hat hier derzeit die Regenbogen-Grundschule in der Kleinen Bergstraße in Wehrden im Blick. Dort hatten die Baumeister von Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) bereits vor Jahren von einer Aufstockung des Schulgebäudes gesprochen. Derweil, so Kuhn,  stehe das an den Schulhof angrenzende Eckhaus Kleine Bergstraße 1 relativ günstig zum Verkauf. Kuhn hat nun den Oberbürgermeister aufgefordert, dringlich zu prüfen, ob dieses Gebäude für eine Erweiterung der Schule – insbesondere die Unterbringung der Nachmittagsbetreuung – geeignet sei.

Das Haus beherbergte früher eine Gaststätte mit seitlichem Anbau und Wohnungen. Äußerlich – am seitlichen Eingang bröckelt bereits der Putz – macht es nicht den besten Eindruck. „Doch innen sieht es viel besser aus“, versicherte der Sozialdemokrat, der sich das Ganze bereits angesehen hat. Kuhn: „Aus unserer Sicht wäre ein Erwerb und ein nachfolgender Umbau wesentlich günstiger als die angegebene Summe zur Erweiterung in einer Größenordnung von über drei Millionen Euro.“ Das Eckhaus Kleine Bergstraße 1 sei auch aus Sicht der Schulleitung eine Option.

Auch bei der Grundschule Haydnstraße in der Innenstadt stellt sich aus Sicht der SPD-Fraktion die Frage, ob eine teure Erweiterung notwendig ist. Oberbürgermeister Lorig schwebt hier ein Ersatz-Neubau mit dann 24 Klassenräumen vor. Dabei setzt er auf Millionenzuschüsse aus einem Förderprogramm des Bundes. Die Haydnschule verfügt derzeit über zwölf Klassenräume und hat mit der Aufstellung von Containern vier Räume als Provisorium dazu erhalten.

Die SPD äußert derweil Bedenken, ob eine „monströse Erweiterung“ wirklich notwendig sei, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brunhilde Folz. Mit der Wiederbelebung der früheren Mühlgewannschule, die der Regionalverband aufgegeben hat, könnten alle gegenwärtigen Raumprobleme gelöst werden. Dem Oberbürgermeister schwebte die Einrichtung eines Sozialzentrums in diesem Gebäude vor. Folz hielt dagegegen, es sei logisch, dass ein Umbau der Mühlgewannschule in ein solches Bürogebäude mit geschätzten sechs Millionen Euro teurer würde als eine Sanierung im Bestand.



Die Stadt muss bis zum 31. Juli entscheiden, ob sie das Mühlgewann-Gebäude  vom Regionalverband zurücknimmt. „Christiane Blatt wird sich hier positionieren müssen“, unterstrich Klaus Lorig. Seine SPD-Nachfolgerin übernimmt zum 1. Juni die Amtsgeschäfte im Völklinger Rathaus.

Container (hier auf dem Hof der Grundschule Haydnstraße, ebenso in Fürstenhausen) sollen die Raumnot überbrücken.
Container (hier auf dem Hof der Grundschule Haydnstraße, ebenso in Fürstenhausen) sollen die Raumnot überbrücken. FOTO: BeckerBredel
Vor offener Zukunft: Die ehemalige Mühlgewannschule am Völklinger Marktplatz mit der angrenzenden Turnhalle (rechts).
Vor offener Zukunft: Die ehemalige Mühlgewannschule am Völklinger Marktplatz mit der angrenzenden Turnhalle (rechts). FOTO: BeckerBredel