SPD fordert Nachbesserung an neuem Platz

SPD fordert Nachbesserung an neuem Platz

Die Völklinger SPD-Stadtratsfraktion fühlte sich beim „Platz der Versöhnung“ ausgegrenzt. Und forderte nun nach einer Ortsbesichtigung Korrekturen. Auch Alt-Oberbürgermeister Hans Netzer, Vorsitzender der Völklinger Kulturstiftung, meldete sich mit Hintergrund-Informationen zu Wort.

Nach der Einweihung am vergangenen Freitag geht die Diskussion um den neuen "Platz der Versöhnung" an der Völklinger Versöhnungskirche weiter. Die SPD-Stadtratsfraktion hatte beklagt, dass Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) mit elf Uhr morgens einen Einweihungstermin gewählt hatte, bei dem berufstätige Kommunalpolitiker nicht anwesend sein konnten, und lud dann am Montagabend zu einer eigenen Platzbesichtigung ein. Auch Alt-Oberbügermeister Hans Netzer fühlte sich bei der Einweihung ausgegrenzt. "Schade, dass ich nicht eingeladen war, obwohl ich mich seit 2007 für die Sanierung eingesetzt habe", sagte Hans Netzer der SZ. Und holte nun Anmerkungen aus seiner Sicht nach.

"Es kommt nicht in Frage, dass so ein Reststück stehen bleibt", meinte der mittlerweile 80-jährige SPD-Politiker zur Tatsache, dass die Balustrade am Treppenaufgang nicht erneuert und angestrichen worden war. Lorig hatte diesen augenfälligen Schönheitsfehler am Platz damit begründet, dass diese nicht zum mittlerweile abgeschlossenen ersten Bauabschnitt an der Kirche gehöre. "Ich hätte gehandelt und das Thema wäre erledigt gewesen", sagte hier Netzer mit Blick auf seinen Nachfolger.

Netzer ist auch Vorsitzender der Völklinger Kulturstiftung, die sich in der Phase der Auflösung befindet. Diese hatte beschlossen, das verbliebene Vereinsvermögen zur Sanierung des Umfelds der Versöhnungskirche zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile wurden laut Netzer 13 500 Euro an die Stadt überwiesen mit der Zweckbindung, damit den (oberen) Bereich zur Poststraße hin in Angriff zu nehmen. Das Geld sei vorhanden, und es liege nun im Ermessen von Lorig, es für die Balustrade zu verwenden und dann später im Bereich Poststraße eine entsprechende Summe nachzuschießen. Auf ehrenamtlicher Basis, so Netzer auf Frage, sei die Sanierung an der Balustrade nicht zu machen. Wenn sich Freiwillige fänden, müsse sie ein Fachmann anleiten.

Auch die SPD-Fraktion stieß sich bei ihrer Ortsbesichtigung an der Balustrade. "Das muss gemacht werden", bekräftigte Fraktionschef Erik Kuhn. Die Stadtverwaltung müsse hier schnell mit der Kirchengemeinde reden. Fraktionsmitglieder klagten einhellig darüber, dass sie nach Vorstellung der Entwürfe durch den Architekten nicht mehr über Einzelheiten der Baumaßnahmen informiert worden seien. Sie fanden nun einiges, das ihnen nicht gefiel. "Monsterbank" nannteBrunhilde Folz die acht Meter lange Sitzgelegenheit am Eingang an der Moltkestraße. Gerald Zieder fügte hinzu, dass sie für ältere Menschen wegen der geschwungenen Kontruktion der Sitzfläche kaum benutzbar sei. Zudem wollten viele wohl nicht direkt an der Straße sitzen. Sitzbänke gehörten in den hinteren Teil des Platzes - dort, wo nun die Figuren stehen. Folz rügte, dass "giftige Pflanzen", nämlich Eiben, als Hecken gepflanzt worden seien. Und die Poller, die wildes Parken verhindern sollten, ständen in der Mitte des Platzes an falscher Stelle. Sie gehörten nach vorne, zur Straße hin. Fraktionschef Kuhn will diese und weitere Kritikpunkte bei der Begehung in einer Eingabe an Oberbürgermeister Lorig zusammenfassen.