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Spatenstich für Meeresfischzucht

Diplom-Biologe Professor Dr. Uwe Waller, Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig, Rainer Grün, Staatssekretär im Umweltministerium, Bauunternehmer Peter Groß und Jochen Dahm, Geschäftsführer der Stadtwerke Völklingen, beim Spatenstich. Foto: Becker & Bredel
Diplom-Biologe Professor Dr. Uwe Waller, Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig, Rainer Grün, Staatssekretär im Umweltministerium, Bauunternehmer Peter Groß und Jochen Dahm, Geschäftsführer der Stadtwerke Völklingen, beim Spatenstich. Foto: Becker & Bredel
Fürstenhausen. Der Bau der Meeresfischzuchtanlage auf dem früheren Kokereigelände in Fürstenhausen hat begonnen. Etwa 20 Prominente aus Kommunal- und Landespolitik und Wirtschaft vollzogen am Donnerstag gemeinsam den symbolischen ersten Spatenstich, schwebten dann in einem Korb am Kran in luftiger Höhe von rund 35 Metern über die von der Firma Peter Gross (St Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Fürstenhausen. Der Bau der Meeresfischzuchtanlage auf dem früheren Kokereigelände in Fürstenhausen hat begonnen. Etwa 20 Prominente aus Kommunal- und Landespolitik und Wirtschaft vollzogen am Donnerstag gemeinsam den symbolischen ersten Spatenstich, schwebten dann in einem Korb am Kran in luftiger Höhe von rund 35 Metern über die von der Firma Peter Gross (St. Ingbert) bereits eingerichtete Baustelle.Zuvor hatte Firmenchef Philipp Gross unterstrichen, das Projekt sichere bereits allein bei seiner Firma 20 Arbeitsplätze für die Dauer eines Jahres. Gross: "Die Fische werden ein Heim aus saarländischen Händen erhalten."Die Bauarbeiter haben ein klares Ziel vor Augen: Bereits Mitte 2011 sollen die ersten Fische aus Fürstenhausener Produktion geerntet werden. Pro Jahr sollen dann rund 500 Tonnen auf den Markt gelangen. Die "reine Investitionssumme" in die Anlage beträgt laut Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) rund 13 Millionen Euro. Lorig wies am Donnerstag Forderungen politischer Gegner nach einem Baustopp als "völligen Unsinn" zurück. Alle notwendigen Verträge seien abgeschlossen. Dazu gehöre auch, dass die Abnahme der kompletten Jahresproduktion über einen Zeitraum von fünf Jahren gesichert sei - und dies mindestens zu den im Kreditvertrag mit der Saar LB festgehaltenen Mindestpreisen. Lorig zu den Kritikern: "In vorigen Jahrhunderten haben auch Menschen gesagt, eine Eisenbahn oder ein Flugzeug könnten nie Erfolg haben."Dem pflichtete Umwelt-Staatssekretär Rainer Grün (CDU) bei, der an diesem Tag in Fürstenhausen die Landesregierung vertrat. Grün sagte: "An jeder Kreuzung in die Zukunft stehen mindestens 100 Bedenkenträger. Man würde noch in der Postkutsche fahren, wenn man immer auf sie gehört hätte." Innerhalb des Wirtschafts-Flügels der Landes-CDU war bisher umstritten, ob eine solche Investition, wenn überhaupt, von Stadt oder Stadtwerken und nicht der Privatwirtschaft getätigt werden solle. Auf SZ-Frage, ob Ministerpräsident oder Wirtschaftsminister am Tag des Spatenstichs nicht abkömmlich gewesen seien, versicherte Grün: "Die Landesregierung spricht mit einer Stimme."VSE-Vorstandsschef Leo Petry, in früheren Zeiten stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD Saar, wurde jedenfalls von Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Dahm ebenfalls freudig zum ersten Spatenstich begrüßt. Petry ist auch Ehrenpräsident des Fischereiverbandes Saar. Auf SZ-Frage, wie er zu dem Projekt stehe, meinte er schmunzelnd: "Petri Heil!" Unterdessen dauert in Völklingen die Auseinanderandersetzung in Form von offiziellen und persönlichen Stellungnahmen und Pressemitteilungen an. Von den sieben zur Wahl zugelassenen Parteien und Gruppierungen ist nur noch die CDU für die Meeresfischzucht. < Weiterer Bericht folgt