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Oberbürgermeister-Wahl in Völklingen: Spannung bis zur allerletzten Minute

Oberbürgermeister-Wahl in Völklingen : Spannung bis zur allerletzten Minute

Bei der Völklinger OB-Wahl fiel gestern noch keine Entscheidung. Christiane Blatt (SPD) und Stephan Tautz (parteilos) gehen in die Stichwahl.

 Um 19.30 Uhr sieht es nach einem glatten Durchmarsch für Christiane Blatt aus: Da verzeichnet die Internet-Seite der Stadt Völklingen gut 51 Prozent der Stimmen für die sozialdemokratische Oberbürgermeister-Kandidatin. Aber zu diesem frühen Zeitpunkt sind erst drei, vier Wahlbezirke ausgezählt – darunter einer aus Ludweiler, Blatts Heimat-Stadtteil. Dort hat Blatt durchweg mehr als 60 Prozent der Stimmen eingefahren.

Doch je länger der Wahlabend dauert, je mehr Wahlbezirks-Ergebnisse eintrudeln im Großen Saal des Neuen Rathauses, desto spannender wird es. Die Spannung hält  sich bis zum Eintreffen der allerletzten Zahlen. Blatt liegt zwar weiterhin klar vorn, doch die absolute Mehrheit bleibt ihr verwehrt; 46,09 Prozent der Wähler haben ihr ihre Stimme gegeben. Wer wird bei der Stichwahl, zu der die Völklinger in zwei Wochen aufgerufen sind, gegen sie antreten? Wird es Stephan Tautz sein, der unabhängige Bewerber, oder Kevin Frank, den die CDU auf den Schild gehoben hat? In den einzelnen Stadtteilen liegen die Wahlergebnisse himmelweit auseinander. Auf der Ebene der Gesamtstadt entwickelt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Tautz, so zeigt sich am Schluss, hat es  knapp für sich entschieden, er liegt mit 25,51 Prozent der Stimmen ein halbes Prozent vor Frank (24,91 Prozent). Damit haben die Völklinger am 7. Oktober nun die Wahl zwischen Christiane Blatt (SPD), die seit Jahren als  Landtagsabgeordnete und als Ludweiler Ortsvorsteherin Politik macht, und dem parteilosen Stephan Tautz, der in der Stadt zwar als Geschäftsmann und bei den Vereinen bestens bekannt und gut vernetzt, in der Politik aber ein noch unbeschriebenes Blatt ist.

Frank sagt, er sei überrascht, wie knapp es am Ende geworden sei. Er sei zwar nicht sicher gewesen, auf Platz zwei zu landen – „natürlich nicht!“ – , aber „wir haben doch gehofft, in die Stichwahl zu kommen“. Was nicht nur für ihn persönlich gelte, „das ist ja keine One-Man-Show“, sondern für sein ganzes Team.

Stephan Tautz strahlt. „Super!“, kommentiert er schon früh am Abend, dass er wahrscheinlich eine zweite Wahl-Chance haben wird. Und als aus dieser Wahrscheinlichkeit Gewissheit wird, strahlt er noch breiter als zuvor. Beifall brandet aus seiner Ecke auf, als Wahlergebnisse aus Wehrden auf der großen Leinwand erscheinen: In seinem Heimat-Stadtteil liegt Tautz vorne, in einem der vier Wahlbezirke sogar mit absoluter Mehrheit.

Christiane Blatt taucht erst gegen 20.50 Uhr im Rathaus auf, als die Auszählung schon fast abgeschlossen ist. Ein großes SPD-Team umringt sie, rückt mit ihr ins Fernseh-Licht. Stichwahl? „Damit muss man immer rechnen bei vier Kandidaten“, sagt Blatt nüchtern. Das Lächeln, nein: Strahlen lässt sie sich dadurch nicht vergällen: „Ich bin vorne“, stellt sie selbstbewusst fest.

Die Völklinger sind zwar zahlreich zu den Wahlurnen geströmt, die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl liegt bei 70,1 Prozent. Doch nicht alle Wähler aus der Hüttenstadt haben auch fürs Rathaus votiert: Bei der Oberbürgermeisterwahl haben nur 65,9 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.