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Sonniges von der Copacabana

Gedränge vor der Konzertmuschel im Schillerpark – die Band Bossa '68 weckte Südamerika-Sehnsucht. Foto: Jenal
Gedränge vor der Konzertmuschel im Schillerpark – die Band Bossa '68 weckte Südamerika-Sehnsucht. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Völklingen. Das geht leicht ins Ohr – und es geht in die Füße: Die Saarbrücker Band Bossa '68 brachte zum Völklinger Summer-Open-Air am Montagabend sommerliche, gut tanzbare Klänge aus Südamerika mit. Andreas Lang

Wenige Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro haben die Macher der Summer-Open-Airs im Völklinger Schillerpark die passende Musik aus Südamerika. Nämlich die sonnigen und leichten Klänge von der Copacabana, der sich die Saarbrücker Band Bossa '68 verschrieben hat. Das sind Sebastian Dingler am Kontrabass, Stefan Berger an den Tasten, Sängerin Lilly Pazmann, Michael Zimmer an der Perkussion, Gitarrist Klaus Pliet und Schlagzeuger Rolf Jacob. Es ist die lateinamerikanische Musik der 1960er und 1970er Jahre, wie Bassist und Bandgründer Dingler sagt. Irgendwo zwischen Jazz und Karneval sei das Ganze einzuordnen. Und immer wieder ist vom "easy listening" die Rede, von Musik also, die leicht ins Ohr geht.



"Wir wagen uns auch gerne mal an unbekanntere brasilianische Stücke", sagt der Musiker. Er nennt den Titel "Fittipaliando", der wohl dem einstigen brasilianischen Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi gewidmet war. Dingler lachend: "Das kennen noch nicht mal die Brasilianer." Wie die Band darauf gekommen ist? "Wir haben mit Freunden dieser Musik allerhand gebrannte CDs ausgetauscht." Von Marcos Valle stammen die meisten Titel. Die Band bedient sich aber auch anderer Genres, deren Titel sie zum Bossa machen. Etwa den, den die verstorbene Amy Winehouse bekannt gemacht hat: "Valerie". Das aber erst in der zweiten Konzerthälfte.

Im Schillerpark fühlt sich die Band, die die einfach zu hörende Musik mit viel Aufwand spielt, richtig wohl. "Tolle Kulisse, wir fühlen uns gut angenommen", sagt Perkussionist Zimmer. Dingler meint dazu: "Wir wären nur enttäuscht, wenn keiner tanzen würde, das hätte es bei unseren Auftritten noch nicht gegeben." Nun, direkt vor der Konzertmuschel tanzen die Gäste im erneut gut besuchten Schillerpark sparsam. Was wohl dem Kiesbelag in diesem Bereich geschuldet ist, auf dem sich meist nur die Rock'n'Roller, die die Alligators stets begleiten, so richtig auslassen. Weiter hinten im Publikum sieht es besser aus. Edwin Gasper, Stammgast der Summer-Open-Airs aus Saarbrücken-Bischmisheim, findet sogar eine Tanzpartnerin, um ein schwungvolles Tänzchen aufs Pflaster zu legen.

Easy-Listening-Musik bringt es auch mit sich, dass sich die Konzertbesucher während der Darbietung angeregt unterhalten. Topthema am Montagabend: Bei einem vorangegangenen Summer-Open-Air hatten Anwohner, die an der Musik offenbar nicht interessiert waren, die Ordnungshüter alarmiert. Nicht wie in den Vorjahren wegen zu lauter oder zu langer Musik. Sondern, weil Konzertbesucher ihre Autos am Kirchenwäldchen abgestellt hatten - verbotenerweise mit je zwei Rädern auf dem Bordstein. Von einem Knöllchenhagel ist die Rede.

Doch lange lässt man sich die Stimmung nicht verderben. Und kulinarisch legen die Gastgeber noch einen drauf. Für noch mehr Copacabana-Gefühl mixen sie Caipirinhas zur geistvollen Erfrischung.

Zum Thema:

auf einen Blick Die Konzerte der siebten Auflage der Summer-Open-Airs im Schillerpark beginnen montags um 19.30 Uhr. 8. August, Da Vinci, Italo- und Party-Covers. 15. August, Thomas Kurtz, Music mit Sax. 22. August, The Alligators mit nostalgischem Rock'n'Roll. 29. August, Slowhand, Eric-Clapton-Tribute. Der Eintritt ist frei, Spende bei der Hutsammlung erwünscht. al