Summer-Open-Airs sind gestartet: So kann der Musiksommer weitergehen

Summer-Open-Airs sind gestartet : So kann der Musiksommer weitergehen

Ein großartiger Start: Ein paar hundert Gäste wollten das erste Konzert der Völklinger Summer-Open-Airs hören – und die Band The New Screamers brachte sie richtig in Stimmung.

Als die New Screamers um Sänger und Bassist Rudi „Gulli“ Spiller ihre Zugabe anstimmen, da ist fast alles wie immer. Ein lauer Montagabend im Schillerpark, vor der Konzertmuschel haben sich viele Musikfreunde versammelt, um die Konzerte der Summer-Open-Air-Reihe zu erleben. „Purple Rain“, das ist die traditionelle Schlussnummer der Screamers, bei der Gulli noch einmal die ganze Bandbreite seiner Rockstimme ins rechte Licht rückt. Fans versuchen dabei – meist vergeblich – beim hohen Kreischen mitzuhalten: „Oooh-hooo, hooo hoo“. Oder sie recken die Hände in die Höhe und zeigen dabei die verschiedensten Rock-Gesten.

Nur die Gitarre, die die Hymne begleitet, klingt ein bisschen anders als gewohnt – aus traurigem Grund, wie die meisten der Anwesenden wissen. Jupp Feilen, der Silke und Markus Albrecht bei der Zusammenstellung des Programms unterstützt, hat es für alle anderen zu Konzertbeginn noch einmal gesagt. „Mit den New Screamers wollen wir heute auch des im Vorjahr viel zu früh verstorbenen Gitarristen Jürgen Rath gedenken, der vor acht Jahren einer der Väter dieser Summer-Open-Airs war.“

Neben Gulli ist Schlagzeuger Roman Grzyb noch bei der Band, die Gitarre spielt neuerdings Alex Beyrodt. Dazu später mehr. Denn im Schillerpark gibt es allerhand Neues zu entdecken. Die Sitzreihen vor der Bühne sind verschwunden. Stehtische stehen da, passt wohl besser zu der packenden Musik, die in der Regel im Schillerpark dargeboten wird. Silke Albrecht sagt dazu: „Eigentlich kostet uns das ein bisschen Platz, aber das Ambiente wird dadurch viel besser.“ Auch das Beschallungssystem sei ein anderes, berichtet Hausherr Markus Albrecht. Boxen hängen jetzt zusammen mit Scheinwerfern an einer Traverse über der Bühne. Mit einem weiteren Getränkestand im Hintergrund will das Veranstalterteam, das Michaela Tasch komplettiert, durstige Gäste schneller versorgen.

Und damit zu den Screamern. Jürgen Rath als Meister der bluesigen Töne, die er seiner Fender-Strat stets zu entlocken wusste – der ist nicht einfach zu kopieren. Zumal der Neue eindeutig aus dem Rock-Genre kommt, was er aber ebenso beherrscht wie Rath den Blues. Also mehr Deep Purple und Uriah Heep im Screamers-Programm, dafür weniger Bluesrock; fetzige, schwarze Gibson LesPaul statt melancholische Fender-Strat.  „Ja, so kann man das sagen“, erklärt dann auch Sänger Gulli im Anschluss.

Für Verdruss sorgt später am Abend nur eines. Dass nämlich ein Internetnutzer in seinem Kommentar zu Silke Albrechts Beitrag zum Eröffnungskonzert in einem sozialen Netzwerk den Stadtwerken (sie sind Verpächter des Parkhotels) einen Anteil am Erfolg der Veranstaltung zuschreibt.

Aber zurück in den Schillerpark. Hunderte Gäste scheinen froh, dass die Zeit des musikalischen Darbens mit dem Juli zu Ende gegangen ist, bis Ende August gibt es jetzt ja neben den Schillerpark-Konzerten noch die City-Open-Airs im Pfarrgarten. Die überraschten Albrechts sagen: „Wir hätten nicht damit gerechnet, dass gleich zu Beginn so viel los ist.“ Dass es die letzte Summer-Open-Air-Saison im Schillerpark sein wird – die Albrechts verlassen das Parkhotel Anfang des kommenden Jahres und machen in Saarbrücken weiter – schmerzt derzeit noch nicht:  „Wir genießen das.“ Und Jürgen Rath hat bestimmt zufrieden von oben auf seine beiden musikalischen Kinder, die Screamers und die Summer-Open-Airs, geschaut.

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