Sie schleifen die Pointen

Völklingen. Büttenreden sind das Salz in der Sitzungssuppe, die in der am Mittwoch beginnenden Karnevals-Session die Freunde der Fastnacht bei den Veranstaltungen der Karnevalsvereine in Völklingen und im Warndt begeistern soll. Leicht ist es allerdings nicht, das Publikum von einem Lacher zum nächsten zu bringen, wie Jahr für Jahr Büttenneueinsteiger auf den Bühnen erfahren

Völklingen. Büttenreden sind das Salz in der Sitzungssuppe, die in der am Mittwoch beginnenden Karnevals-Session die Freunde der Fastnacht bei den Veranstaltungen der Karnevalsvereine in Völklingen und im Warndt begeistern soll. Leicht ist es allerdings nicht, das Publikum von einem Lacher zum nächsten zu bringen, wie Jahr für Jahr Büttenneueinsteiger auf den Bühnen erfahren. Um den Einstieg zu erleichtern und weil die erfahrenen Büttenredner der Region so langsam in die Jahre kommen, bietet Albert Bohlender, der Regionalvertreter des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) für den Warndt, seit einigen Wochen mit eben den erfahrenen Büttenrecken ein Seminar für Büttenredner an. Anna Katharina Blum und Monika Zimmermann, die im Vorjahr erstmals bei den Doll Doll in Großrosseln als Dol(s)ch(d)e und GabAnna in der Bütt standen, gehören zu den zwölf Teilnehmern, die derzeit Sprachübungen, Mimik, Gesten, richtige Vortragsweise und vieles mehr lernen. Klar, dass die Fastnachtsverrückten sich im Alten Rathaus den Unterrichtsraum mit der Nummer elf haben reservieren lassen. "Ich war bis vor kurzem noch Tänzerin, und der Büttenauftritt war eine neue tolle Erfahrung", so Blum. Nach einigen Wochen Seminar hat sie von den Referenten Wolfgang Schreiner, Helmut Schwehm und Jürgen May einiges lernen können. Mit ihrer Partnerin trägt sie die klassische Rede mit lokalem Bezug vor: "Klatsch und Tratsch aus dem Freundeskreis und dem Dorf." Jede der beiden Damen schreibt jeden guten Witz, den sie hört, sofort auf, um ihn für die nächste Rede parat zu haben.Vorbilder müsste es im Fernsehen inzwischen mehr als genug geben, möchte man glauben - doch weit gefehlt. Zoten von Mario Barth und intellektueller Wortwitz à la Dieter Nuhr sind nicht das, was das karnevalistische Publikum bei einer Kappensitzung erwartet. Bohlender: "Unser Ziel es es, das Brauchtum zu erhalten und nicht in die Comedy abzudriften." Unter Brauchtum versteht er die klassische Büttenrede mit Versen und Refrain und Prosa-Reden. Dabei dürfen die Witze allerdings nicht einfach nur runtererzählt werden, sondern sie müssen in die ausgewählte Rolle eingearbeitet werden. Königsdisziplin ist für Bohlender die politische Rede. Er bedauert: "Es gibt allerdings nur noch ganz wenige, die das können."Der VSK-Regionalvertreter weiß, dass in seinem Bereich dringend neue Büttenredner nachkommen müssen: "Eulalia Schippenstiehl hat aufgehört, Helmut Schwehm ist auch schon 70 Jahre alt, ein Bedarf ist also da."