Seniorenheim wird ab August zur Großbaustelle

Seniorenheim wird ab August zur Großbaustelle

Vor allem eine zeitgemäße Brandschutzanlage soll das Awo-Seniorenheim in Ludweiler noch sicherer machen. Hinzu kommt mehr Komfort für die Bewohner. 24 Monate soll die Bauzeit betragen.

Sechs Millionen Euro will die Arbeiterwohlfahr (Awo) in ihr Seniorenheim in Ludweiler investieren. Dort wird ab August kräftig umgebaut, wie Einrichtungsleiter Dominik Ring jetzt dem Ortsrat Ludweiler berichtete. Ortsvorsteherin Christiane Blatt hatte deshalb zur öffentlichen Sitzung ins Seniorenheim geladen, damit sich die Kommunalpolitiker an Ort und Stelle ein Bild von den geplanten Arbeiten machen konnten. "Es wird laut, es wird anstrengend und es wird staubig", kündigte Ring an. Ein Großteil der Arbeiten sei notwendig, um dem Haus eine zeitgemäße Brandschutzanlage zu verpassen. Die Wohnbereiche sollen dann im Brandfall horizontal und vertikal abzuschotten sein. Eine solche Einrichtung hatte zum Beispiel im Vorjahr beim Püttlinger Klinikbrand größeren Schaden vermieden. Außerdem sollen die Flure mit einer Sprinkleranlage versehen werden, damit die Zimmer schnell evakuiert werden können. Weil auf die Aufzüge kein Verlass wäre und eine Evakuierung der Bettlägerigen über Aufzug sowieso zu lange dauern würde, seien bereits jetzt alle Betten mit Tragetüchern ausgestattet.

Neben dem Brandschutz werde auch in die Lebensqualität der Bewohner investiert. Neue Nasszellen, neue Zimmertüren, neue Möbel. Auch kleine Küchen sollen entstehen, damit nicht alles Essen nur aus der Großküche kommt, sondern auch im kleinen Kreis mal Speisen selbst zubereitet werden können. Ring weiter: "Das schlimmste und lauteste ist aber die Erneuerung aller Wasser- und Rohrleitungen, sowie der Ab- und Zuluftanlage." So werde zum Beispiel die riesige Lüftungsanlage im Keller stillgelegt. Statt dessen ginge die Abluft künftig übers Dach. Auf die Bewohner kommen dann auch Umzüge und Zimmerwechsel zu. Einen Flur nach dem anderen zu machen, sei nicht drin, so Ring. Man müsse sich an den vorhandenen Leitungen orientieren und dann "strangweise" vorgehen. Also übereinander liegende Zimmer vom Erdgeschoss bis unters Dach umbauen. Das wirkt sich auch auf die Bauzeit aus, die derzeit auf 24 Monate angesetzt ist.

Noch einmal geht Ring auf den Brandschutz ein, auf den er großen Wert legt: "Hier leben viele Menschen, die ein höchstes Maß an Sicherheit verdient haben." Das heißt auch, dass im Haus und sogar auf den Balkonen Rauchverbot herrscht - wegen der jüngsten Vorfälle im ebenfalls von der Awo betriebenen Seniorenheim Hanna-Kirchnerhaus in Saarbrücken-Malstatt. Ring erarbeitet mit Mitarbeitern und Bewohnern praktikable Lösungen, wie die Raucher-Haltestelle neben dem Haupteingang. Die Belegungszahl soll geringfügig von 185 auf 180 Bewohner sinken, die 120 Arbeitnehmer bleiben.

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