Seltene Lichtblicke

Völklingen · Wenn Petrus Völklingen bei der Herbstkirmes grollt, sinkt auch die Kauffreude. Manch enttäuschter Händler zog vorzeitig ab, doch Unverdrossene gingen dennoch auf die gewohnte Jagd nach Marktschnäppchen.

 Unverdrossene Marktbesucher bummeln unter Regenschirmen in der Fußgängerzone. Foto: Jenal

Unverdrossene Marktbesucher bummeln unter Regenschirmen in der Fußgängerzone. Foto: Jenal

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So ungestört kann das Damenquartett sonst nie im Angebot an Damen-Oberbekleidung stöbern. Maria Feit, Anne Frenzer, Rita Deck und Beate Hermann heißen die vier, die gestern beim Völklinger Herbst-Jahrmarkt im Schatten der Eligiuskirche bummelten. Warum die vier auf dem sonst so beliebten Markt so alleine sind? Ganz klar: Das liegt am tristen Wetter. Das ist mit wechselhaft ganz gut beschrieben - allerdings wechselt lediglich die Intensität des Regens. "Wir kommen gerade von der Wirbelsäulengymnastik, sonst wären wir auch nicht hier", berichtet Feit und lacht dabei herzlich. "Schade, da wäre heute mal wieder was los gewesen in der Innenstadt - und dann das", bedauert Hilde Klein und hält eine Hand unter ihrem Schirm hinaus in den Regen .

Die Rentnerin mag den Jahrmarkt nicht nur wegen der Angebote an den vielen Ständen: "Sonst trifft man hier Gott und die Welt und schwätzt ein bisschen über dies und das - das fällt dieses Mal aber eher ins Wasser." Enttäuschte Mienen bei den Händlern, einige packen ihre Waren sogar schon vorzeitig ein, schlagen Verkaufstische und Zelte ab. "Heute ist wohl kein Geschäft zu machen", bedauert Heinz Krämer, der mit Textilien handelt. Seine ernüchternde Bilanz: "Nach Abzug von Standgeld und Spritkosten bleibt nicht mehr viel übrig." Um die Mittagszeit scheint dann die Wende in Sicht. "Es regnet nicht mehr", macht es im Pfarrgarten die Runde. Tatsächlich. Keine neuen Kringel in den Pfützen, kein Prasseln auf dem aufgespannten Regenschirm.

Doch der Frieden hält gerade mal eine halbe Stunde. "Das war es dann wohl", seufzt Irene Bach resigniert. Sie ist trotz des miesen Wetters gekommen: "Ich brauchte Ersatzmaterial für meinen Staubsauger, dazu noch ein Reinigungsmittel, außerdem wollte ich mir neue Wachsdecken besorgen", zählt sie auf. Eilig besorgt sie diese Dinge bei den gewohnten Händlern und macht sich wieder auf den Heimweg. "Halt! Ein paar Kräuter fehlen noch", erinnert sie sich lachend und macht noch einen Stopp am Gewürzestand in der Forbacher Passage.

Tristesse statt Volksfeststimmung auch auf Rathaus- und Hindenburgplatz zum Abschluss der Herbstkirmes. Eisverkäufer Heinrich Dörks lässt seinen Satz zu seiner persönlichen Bilanz unvollendet: "Der Familientag zum Abschluss mit ermäßigten Preisen ist normal immer nochmal ein Höhepunkt, aber das Wetter . . ." Weil es auch zur Eröffnung am Samstag geregnet habe, sei dieses Mal witterungsbedingt nicht mehr drin gewesen. "Am Sonntag war es sonnig, der war für Völklinger Verhältnisse in Ordnung", sagt Dörks, der jetzt wie seine Kollegen auf besseres Wetter in Saarbrücken hofft, wo am Freitag das Oktoberfest beginnt.