Seit Sonntag gilt Rufbereitschaft

Völklingen. Durch die Decke rieselt das Salz auf den riesigen Haufen im Streusalzlager der Völklinger Straßenmeisterei am Geislauterner Hammergraben. Das ist neu - die 400 Tonnen in allen Schattierungen von hell- bis dunkelgrau, die hier aufgehäuft sind, wurden im Vorjahr noch von den anliefernden Lastwagen gekippt

Völklingen. Durch die Decke rieselt das Salz auf den riesigen Haufen im Streusalzlager der Völklinger Straßenmeisterei am Geislauterner Hammergraben. Das ist neu - die 400 Tonnen in allen Schattierungen von hell- bis dunkelgrau, die hier aufgehäuft sind, wurden im Vorjahr noch von den anliefernden Lastwagen gekippt. "Diese Lkw werden mit ihren Kippern aber immer höher, deshalb haben wir jetzt die neue Anlage", sagt Ralph Breitbarth. Er ist Sachgebietsleiter für Straßenreinigung, die auch für den Winterdienst auf den Völklinger Straßen zuständig ist. Seine Mitarbeiter Wilfried Roth und Edwin Ettelbrück sind derweil schon beim nächsten Schritt. Roth bedient die Förderanlage; sie lädt das Salz mit Schneckentrieb, Schaufelrädern und Förderband direkt auf den Unimog. Ettelbrück, der ihn fährt, achtet darauf, dass das Streugut genau im Kasten des Rüstsatzes landet, der bereits auf das kompakte Nutzfahrzeug montiert ist. Viele Leute kennen zwar die Bezeichnung Unimog, weiß Hartwig Kunkel, der zuständige Fachdienstleiter, aber "dass diese Bezeichnung für universales Motorgerät steht, wissen nur die wenigsten". Soll heißen: Das vielseitige Automobil kann mit Rüstsätzen und Anbaugeräten binnen kürzester Zeit auf spezielle Aufgaben vorbereitet werden. So dauert es nur eine gute Viertelstunde, die Heckenschere, die jetzt noch vorne an Ettelbrücks Fahrzeug montiert ist, durch einen Schneepflug zu ersetzen. Drei weitere Unimogs stehen am Hammergraben bereit, um im Glättefall auszurücken. Für 20 Winterdienstmitarbeiter in zwei Bereitschaftsgruppen gilt seit Sonntag Rufbereitschaft. Bis Ende März müssen sie sich je nach Wetterlage für Extra-Einsätze bereit halten, zu denen sie außerhalb ihrer normalen Dienstzeiten - sie arbeiten zwischen sechs und 14.30 Uhr - angefordert werden können. Und so könnte ein Einsatz aussehen: Meldet der Wetterdienst frostiges Wetter, fährt ein Streu-Lkw kritische Stellen nach einer festgelegten Route ab. Erkennen Fahrer und Bediener Streubedarf, beginnen sie mit der Räumarbeit, setzen eventuell weitere Aktivitäten in Gang. Das Straßennetz ist in drei Streustufen unterteilt. Zuerst werden Hauptstraßen geräumt und besonders wichtige Verkehrsbereiche, etwa die, wo viele Busse fahren - geräumt. Dann kommen die Nebenstraßen. Schließlich Bereiche von geringer Verkehrsbedeutung. Ausgenommen sind Straßen, für die Reinigungs- und Streupflicht laut Satzung Anliegern übertragen ist. Auf Wegen und Plätzen arbeiten städtische Mitarbeiter als so genannte Handstreuer. Für ihre Tätigkeit sind im Stadtgebiet rund 230 fest installierte Streugutgefäße mit Granulat verfügbar. Und wenn es mal ganz dicke kommt und die Winterdienstmitarbeiter Schnee und Eis nicht mehr allein bewältigen können, stellt der städtische Fachbereich "Betrieb öffentlicher Einrichtungen" sein gesamtes verfügbares Personal ab.

HintergrundDie Völklinger Streuguthalle fasst rund 600 Tonnen Trockensalz. 400 Tonnen sind eingelagert, 200 weitere Tonnen bestellt; ansonsten wird nach Bedarf geliefert. Der Verbrauch liegt in einem nicht allzu strengen Winter - wie etwa im Vorjahr - bei rund 500 Tonnen. 20 000 Liter Solelösung, die in Verbindung mit trockenem Material als Feuchtsalz auf den Fahrbahnen ausgebracht wird, stehen ebenfalls bereit; dieser Mix bietet bessere Tauwirkung auf Eis. Der Jahresverbrauch liegt bei etwa 100 000 Litern Sole. Insgesamt ist die Stadt für etwa 150 Straßenkilometer zuständig. al