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Fastnachts-Jubiläum
Seit elf mal elf Jahren sind sie närrisch

Sie bedienen die Konfetti-Kanone – und sie singen: Die Stadtsoldaten der Völk­linger Kreisler bei der Kappensitzung am Samstag.
Sie bedienen die Konfetti-Kanone – und sie singen: Die Stadtsoldaten der Völk­linger Kreisler bei der Kappensitzung am Samstag. FOTO: BeckerBredel
Wehrden. Großes Jubiläumsfest bei den Völklinger Kreislern: 1897 hat die Geschichte des Karnevalsvereins begonnen. Das wurde am Samstag gefeiert.

Bunt wie die Dekoration in der gut besuchten Wehrdener Kulturhalle ist auch der Kopfschmuck der Jecken. Man trägt Narrenkappe, Glitzerhut, Krönchen oder Federschmuck. Die Faasebooze sind gerüstet, die Party kann beginnen. „Daje!“, schallt es am Samstagabend beim Einmarsch der Akteure durch den Saal. Herzlich willkommen zur Jubiläums-Kappensitzung der Kreisler!


Seit elf mal elf Jahren pflegt die Große Völklinger Karnevalsgesellschaft das Fastnachtsbrauchtum, bereits 1897 ging die erste Kappensitzung über die Bühne. „Es ist immer weiter gegangen“, betont Moderatorin Gaby Pink-Bergner mit Blick auf herrliche, aber auch schwere Zeiten. Neben befreundeten Clubs gratuliert der Verband Saarländischer Karnevalsvereine zum närrischen Geburtstag.

Die Marching-Band Völklingen übernimmt das Ständchen. Beim Einmarsch der Bläser hält es keinen auf den Sitzen. Hoppala, Pink-Bergner und ihre Kollegin stehen sogar auf den Tischen. Jetzt brodelt‘s im Saal. Das erste spontane Tänzchen lässt nicht lange auf sich warten, die erste Rakete wird gezündet, eine erste Zugabe gefordert, der erste Orden umgehängt. Daje! Daje! Dajejeje!



Das närrische Talent bekommen die Kreisler wohl in die Wiege gelegt. Kaum können sie laufen, schwingen die Völklinger Narren schon das Tanzbein. Zum Heidi-Lied legt die Zwergengarde eine flotte Sohle aufs Parkett. Nach dem Schautanz wird zum Fliegerlied weitergehüpft. „Heut‘ ist so ein schöner Tag!“, schallt es durch die Halle.

Die Narren haben nicht nur flinke Beine, sondern auch ein flottes Mundwerk. „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, ruft Mönch Carsten Grewer in der Bütt. Seine Wallfahrt entwickelt sich anders als erwartet: Bei den Mitreisenden im Zug wird der Flachmann rumgereicht, die Frauen tragen Minirock. Und Erika macht es sich sogar auf dem Schoß des frommen Mannes gemütlich. Erst spät bemerkt der Mönch, dass die Fahrt zum Rosenmontagsumzug geht. Aber das scheint ihn nicht zu stören. „Die Gruppe wurde immer voller und die Stimmung immer doller“, berichtet Grewer. Für den gelungenen Auftritt gibt‘s Küsschen von gleich drei Kreisler-Damen.

Der Faasebooz vom Luisenthaler Karnevalsverein „Hoch das Bein“ ist ein alter Hase, Melina Meyer hingegen tritt zum ersten Mal auf. Das Kindermariechen meistert seine Premiere prima. Es fegt über die Bühne, schlägt das Rad, tanzt den Spagat. Die Zuschauer sind begeistert. „Ihr seid der Meinung, das war ...“, ruft Pink-Bergner. „Spitze!“, ergänzt das Publikum. Und schon wird die nächste Rakete gezündet.

Bevor die singenden Stadtsoldaten die Bühne entern, stehen noch Ehrungen auf dem Programm: Familie Hoffmann wird für ein mal elf Jahre Kreisler-Mitgliedschaft ausgezeichnet, Heike Schwickert hält dem Verein bereits zwei mal elf Jahre die Treue.

Am Donnerstag, 8. Februar, feiert die Große Völklinger Karnevalsgesellschaft Weiberfastnacht. Die Party startet um 20.11 Uhr in der Wehrdener Kulturhalle.

Glückwünsche zum großen närrischen Jubiläum: Die Nachbar-Vereine hatten Abordnungen zu den Völklinger Kreislern geschickt.
Glückwünsche zum großen närrischen Jubiläum: Die Nachbar-Vereine hatten Abordnungen zu den Völklinger Kreislern geschickt. FOTO: BeckerBredel