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Es war nur Kohlenstoff
Schwarzer Staub über Völklingen

Völklingen. Saarstahl: Es war nur Graphit – Ursache: Im Stahl-Konverter landete versehentlich zu nasser Schrott. Von Doris Döpke

Im Kreis Saarlouis gab es in jüngster Zeit viel Ärger über allgegenwärtigen schwarzen Ruß (die SZ berichtete), verursacht durch eine Störung an einem Hochofen der Dillinger Hütte. Auch in Völklingen bereitete schwarzer Staub den Bürgern Ungemach. Hier wie dort gibt das Stahl-Unternehmen Entwarnung: Es sei kein Schadstoff in die Luft, auf die Böden und in Anwohner-Gärten gelangt, sondern ausschließlich reiner Kohlenstoff. Im Völklinger Fall hatten SZ-Leser anderes vermutet, denn die Partikel, die sie vorfanden, glänzten metallisch. Aber auch das, sagt Saarstahl-Sprecherin Ines Oberhofer, sei reiner Kohlenstoff. Nämlich Graphit.


Normalerweise gelange dieser Stoff bei der Stahlherstellung nicht ins Freie. Aber in der Nacht zum 15. August, berichtet sie, sei im Stahlwerk beim Chargieren – also beim Beladen – eines Konverters versehentlich sehr nasser Schrott zum Roheisen hinzugefügt worden. Die Nässe habe dazu geführt, dass das im Roheisen enthaltene Graphit beim Schmelzprozess herausgelöst worden sei und sich via Schornstein selbstständig gemacht habe. Am folgenden Morgen habe man Proben bei Anwohnern genommen – Ergebnis: Im Staub habe tatsächlich nur Kohlenstoff gesteckt. Der sei unschädlich und lasse sich „einfach und rückstandsfrei mit kaltem Wasser und Spülmittel entfernen“. Jedenfalls entschuldige sich Saarstahl für die Unannehmlichkeiten und habe vom schwarzen Staub betroffene Anwohner auch direkt angeschrieben.