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Schule wird als Fußballpartner immer wichtiger

Schule wird als Fußballpartner immer wichtiger

Das Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium in Völklingen ist seit kurzem Partnerschule des Saarländischen Fußballverbands (SFV). Künftig werden dort Schüler der Klassen fünf bis acht einmal pro Woche ein Fußballfördertraining erhalten.

"Es gibt in dieser Sache nur Gewinner", sagte Franz-Josef Schumann, der Präsident des Saarländischen Fußballverbands (SFV). Kurz darauf machen er, Schulleiter Gerd Krämer und DFB-Stützpunktkoordinator Christian Meyer in den Räumlichkeiten des Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums Nägel mit Köpfen. Sie setzen ihre Unterschrift unter einen Kooperationsvertrag, der die Völklinger Bildungseinrichtung fortan als Partnerschule des SFV zertifiziert. Ausgewählte Schüler der Klassenstufen fünf bis acht erhalten hier demnach künftig ein zusätzliches Fördertraining mit dem runden Leder.

Abgeschlossen wurde das Prozedere mit der Übergabe eines Schildes, das nun einen Platz im Eingangsbereich der Schule erhält. "Leistungsorientiertes Fördertraining im Fußball" steht darauf. Der initiative Kopf für die Bewerbung war Marcus Milia. Der 43-Jährige ist auch derjenige, der künftig für die Umsetzung verantwortlich ist. Milia arbeitet seit 2002 als Sport- und Mathematiklehrer am Gymnasium und traf mit seinem Vorschlag bei Schulleiter Krämer auf offene Ohren. Zumal mit seiner Person bereits viele der Bedingungen abgehakt sind, die es bei der ganzen Sache zu beachten gilt.

Seit 2002 ist Milia auch als Stützpunkttrainer des DFB im Einsatz, aktuell am Standort Tünsdorf. Das für die Partnerschule vorgeschriebene Training nach Verbands-Grundsätzen beherrscht er also aus dem Effeff, die geforderte Trainer-B-Lizenz besitzt Milia ebenfalls und auch die Anbindung an den Stützpunkt Riegelsberg ist durch den ohnehin steten Austausch mit Chefkoordinator Meyer gewährleistet. Zudem betreut der Lehrer die seit Jahren bestehende Fußball-AG des Gymnasiums. Seine dortigen Erfahrungen waren auch nicht unerheblich für den Schritt hin zur SFV-Partnerschule: "Bei den Turnieren mit der Schulmannschaft lief es für uns nicht so gut. Ich dachte mir: Das kann doch nicht sein. Ich bin Stützpunkttrainer, aber die Talente spielen woanders", erzählte Milia. Das soll sich künftig ändern: Mit der Zertifizierung erhofft sich die Schule, talentierte Kicker für sich zu begeistern. "Es ist natürlich nicht das Hauptauswahlkriterium für die Eltern. Aber es kann sicherlich ein zusätzlicher Anreiz sein, ihr Kind bei uns anmelden", weiß Krämer. Er verriet, dass aktuell über 700 Schüler das Gymnasium besuchen und sich der Einzugsbereich auf 15 Grundschulen im Raum Völklingen , im Köllertal und auch im Landkreis Saarlouis erstreckt.

Schumann betonte: "Die Zukunft des Fußballs wird vor allem über die Schule gestaltet. Wir freuen uns, dass sich das Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium zu diesem Schritt entschlossen hat. Auf die Attraktivität kann sich das nur positiv auswirken." DFB-Koordinator Meyer ergänzte: "Der Leistungsgedanke rückt dadurch mehr in den Vordergrund. Neben dem Stützpunkttraining und dem im Verein ergibt sich daraus eine zusätzliche Möglichkeit für Nachwuchsspieler."

Der nächste gemeinsame Termin der Runde zwischen Verband und Schule wurde auch schon gut gelaunt festgezurrt: "Wenn wir den ersten Nationalspieler aus dieser Schule haben, stoßen wir an", meinte Schumann.

Partnerschulen des SFV sind bereits die Gemeinschaftsschule Theley, das Hochwaldgymnasium Wadern, das Johannes-Kepler-Gymnasium Lebach und das Gymnasium am Krebsberg in Neunkirchen.