Schule bleibt am alten Standort

Das Völklinger Berufsbildungszentrum bleibt am alten Standort. Schrittweise sollen die Bauten saniert und modernisiert werden, angepasst an die realen Schülerzahlen. Etliche Gebäude werden nicht mehr gebraucht. Ihre Zukunft ist ungewiss.

Jetzt muss nur noch das Bildungsministerium zustimmen. Dann kann es losgehen, zuerst mit der Detailplanung, dann mit dem Bauen. Die Grobplanung steht, die Regionalversammlung hat sie einmütig beschlossen: Das Völklinger Berufsbildungszentrum (BBZ) bleibt in der Stadt, und zwar am bisherigen Standort. Und der Regionalverband wird - so sagt es Sprecher Lars Weber auf SZ-Nachfrage - "einen erheblichen zweistelligen Millionenbetrag" am Bachberg investieren.

Wie hoch diese Summe letztlich ausfällt, steht noch nicht fest. Die 35 bis 40 Millionen Euro, von denen noch vor ein paar Jahren die Rede war, werden aber nicht fließen. Denn nun geht es nicht mehr darum, die alten Gebäude komplett abzureißen und durch einen großen Neubau zu ersetzen. Geplant ist vielmehr, einen Teil des Bau-Bestands zu sanieren und zu modernisieren.

Hintergrund ist: So viele Berufsschüler, wie man noch vor wenigen Jahren annahm, wird es in Zukunft gar nicht geben. Nicht nur in Völklingen , sondern im ganzen Saarland rechnet das Ministerium damit, dass die Schülerzahlen - verglichen mit dem aktuellen Stand - bis zum Schuljahr 2025/26 zurückgehen. Kräftig, um bis zu einem Drittel. An allen saarländischen Berufsschulen braucht man also weniger Raum.

In Völklingen möchte das Ministerium das berufliche Gymnasium und die Fachoberschulen erhalten. Außerdem sollen Berufsgrundschule und Berufsvorbereitungsjahr in der Hüttenstadt bleiben, ebenso Metallberufe und Labor-Gesundheitsberufe.

Bis 2020/21 soll das geänderte Konzept in die Tat umgesetzt werden. Am Bachberg soll es dann bis zu 700 Vollzeit-Schülerplätze geben.

In der Praxis heißt das: Zwei Gebäude , die früher dem Kaufmännischen Berufsbildungszentrum (KBBZ) gedient haben, bleiben auf jeden Fall erhalten. Sie bekommen statt des bisherigen Zwischentrakts einen neu zu errichtenden Verbindungsbau, der die gesamte Versorgungstechnik aufnimmt und die Bauten von der Moselstraße her erschließt. Treppenhäuser werden in der Höhe verändert, Aufzüge eingebaut, um den Komplex barrierefrei zu machen. Ansonsten wird er auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, und ein Innenhof entsteht, den man überdachen und so für Veranstaltungen nutzen kann.

Das ist der Anfang. Ein viertes Gebäude soll folgen. Und noch zwei weitere Bauteile sind mit aufgenommen in die Sanierungsplanung, aber für später; rechnet man sie dazu, kommt man auf die 700 Schüler-Plätze. Darüber, sagen die Regionalverbands-Planer, müsse man sich erstmal einigen mit dem Ministerium, indem man gemeinsam eine Schulentwicklungsplanung erarbeitet.

Es gibt also noch Ungewissheiten. Aber darauf kann - und will - man flexibel reagieren: Weil man schrittweise baut, lässt sich Bauen und Investieren anpassen an die realen Schülerzahlen.

Sicher ist nun auch, dass etliche Gebäude am Bachberg künftig nicht mehr für den Schulbetrieb gebraucht werden. Was aus ihnen wird, ist noch offen. Sie könnten, so heißt es im Beschluss, "sukzessive zurückgebaut", sprich: abgerissen werden. Die Alternative wäre, eine neue Nutzung für sie zu finden.