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Schule bewegt, rundumSchüler brauchen Teamfähigkeit und Sprachkompetenz

Schule bewegt, rundumSchüler brauchen Teamfähigkeit und Sprachkompetenz

Ludweiler. Ein ungewohnter Anblick: Am Mikrofon in der Aula der Graf-Ludwig-Gesamtschule in Ludweiler stellten Fünftklässler den Besuchern jeweils ein Buch vor, das sie gelesen hatten. Voller Überzeugung berichteten die Kinder, weshalb ihnen Bücher wie "Der kleine Prinz", "Eine total verrückte Familie", "TKKG" und "Der kleine Hobbit" so gut gefallen

Ludweiler. Ein ungewohnter Anblick: Am Mikrofon in der Aula der Graf-Ludwig-Gesamtschule in Ludweiler stellten Fünftklässler den Besuchern jeweils ein Buch vor, das sie gelesen hatten. Voller Überzeugung berichteten die Kinder, weshalb ihnen Bücher wie "Der kleine Prinz", "Eine total verrückte Familie", "TKKG" und "Der kleine Hobbit" so gut gefallen. Dies war nur eine von vielen Überraschungen, die der Festakt zum 20. "Geburtstag" der Schule am Donnerstagabend bot. "Schule in Bewegung", lautet das Jubiläums-Motto. Schulleiterin Rita Müller erklärte es so: "Das Ziel einer Schule muss sein, eine optimale Bildung der Schüler zu erreichen. Dazu muss sich eine Schule ständig weiterentwickeln, eben immer in Bewegung sein." Was das konkret heißt, verdeutlichten Schüler durch ihre Beiträge zum Festprogramm. So gab es einen Auszug aus einem Gesangsspiel, das die Schüler der Klasse 5 selbst entwickelt hatten. Außerdem ließen sich Chor, Streicher-Ensemble und Flötengruppe hören. "Das alles sind nur Ausschnitte aus der musikalischen-kulturellen Vielfalt, die unsere Schule den Schülern bietet", sagte Müller. Ebenso wichtig, so die Schulleiterin, sei die sprachliche Ausbildung der Schüler: "Wir dürfen unsere Augen vor der Entwicklung der Welt nicht verschließen. Fremdsprachen bekommen einen immer größeren Stellenwert. Es ist wichtig, solche Entwicklungen in den Unterricht einzubeziehen." Die Schüler der Graf-Ludwig-Gesamtschule haben daher nun die Möglichkeit, neben dem normalen Französischunterricht in der fünften Klasse bereits einen freiwilligen Englischunterricht zu besuchen, um sich grundlegende Sprachkenntnisse anzueignen. Auch die freiwillige Ganztagsschule ist ein Projekt der "Schule in Bewegung": "In der heutigen Gesellschaft sind meist Mutter und Vater berufstätig, so dass die freiwillige Ganztagsschule sich diesen Gegebenheiten anpasst", erklärte Müller. Schule in Bewegung bedeutet bei der Ludweiler Gesamtschule übrigens auch, dass sich nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer in ständiger Bewegung befinden. "Die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule besuchen ständig Fortbildungen", erklärte die Schulleiterin. Mit dem Jubiläum gab es auch einige räumliche Veränderungen. So ließ der Schulträger, der Regionalverband Saarbrücken, sechs Klassen- und zwei Teamräume renovieren. Der Flur wurde saniert, die Fassade gereinigt und die Außenanlage bepflanzt. Außerdem wurde in diesem Jahr ein Schreib-Lese-Zentrum eröffnet (siehe "Auf einen Blick"). Frau Müller, wie interpretieren Sie das Motto dieses Schuljahres "Schule in Bewegung"?Rita Müller: Für mich bedeutet dies eine zielgerichtete Bewegung, eine Vorwärtsbewegung, die Schule voranbringt. Oberstes Ziel ist optimale Bildung für alle Schüler, um auch im internationalen Vergleich bestehen zu können. Dabei ist die Schule, so sehr sie ihren Motor in ihrem Innern haben muss, selbstverständlich auf Unterstützung von außen angewiesen - Schulträger und Politik sind mit der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen in der Pflicht.Wie definieren Sie den erzieherischen Auftrag Ihrer Schule?Müller: Wichtig ist, den Blick nicht auf Defizite zu richten, auf das, was Schüler alles nicht können, sondern bei den Ressourcen anzusetzen. Der Lernerfolg wird durch das Bewusstmachen eigener Stärken erreicht. Welche Kompetenzen müssen Schüler heute besitzen?Müller: Zum einen ist es Sozialkompetenz: Team- und Kommunikationsfähigkeit ist im Berufsleben Grundvoraussetzung. Neben mathematisch-naturwissenschaftlichem Können sind Sprach- und Lesekompetenz und die Fähigkeit, Inhalte zu präsentieren, wichtig. Wie trainieren Sie das?Müller: Es gibt zum Beispiel seit diesem Schuljahr ein Schreib-Lesezentrum. Unsere Kinder arbeiten so auch bei der Erstellung der nächsten Kinder- und Jugendbuchliste des SR mit. Wir haben eine Buchausstellung, die der Schule vom SR gestiftet wurde.Wie hat sich das äußere Gesicht Ihrer Schule verändert?Müller: Dank des Schulträgers, des Regionalverbandes, wurden die Außenanlagen neu gestaltet. Ein neues DFB-Minispielfeld bietet attraktive Möglichkeiten, Sport zu treiben. Klassen- und Teamräume wurden aufwändig renoviert. Prunkstück ist die Freiwillige Ganztagssschule mit dem Schreib-Lesezentrum und einem Computerraum mit 15 PC-Plätzen geworden.

Auf einen BlickIm Schreib-Lesezentrum geht es darum, die Lese- und Schreibkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Sie haben dort die Möglichkeit, zum Beispiel fächerübergreifende Lektüre und zweisprachige Magazine zu lesen und darüber auch vor Ort zu reflektieren. Außerdem können Workshops rund ums Schreiben und Lesen besucht werden. "Die Lese- und Schreibkompetenz sind enorm wichtig und das A und O, um an einer Schule erfolgreich arbeiten zu können", erklärte Professor Gerd Bräuer von der Pädagogischen Hochschule in Freiburg, der maßgeblich an der Errichtung des Schreib- und Lesezentrums beteiligt war. meh