Schräger Teller hilft beim Essen

Schon mit kleinen Dingen und Ideen lässt sich der Alltag pflegebedürftiger Menschen erleichtern, wie man beim Demenztag zum Start der Vorsorgewoche lernen konnte. Die Palette reicht vom Duschstuhl bis hin zur Kontaktmatte am Bett.

Das akustische Signal ist nicht zu überhören. Die Kontaktmatte, die vor dem Bett liegt, schlägt Alarm, wenn ein Demenzkranker aufsteht. Per Funk werden die Angehörigen im anderen Raum informiert. Auch ein spezieller Teller gehört zu den nützlichen Pflege-Hilfsmitteln, die die Firma Agesa während der 11. Woche der Vorsorge präsentiert. Da der Tellerboden abgeschrägt ist, sammelt sich die Suppe automatisch am Rand. Das erleichtert gehandicapten Patienten das Essen. Ein Kranken-Niedrigbett mit geringer Einstiegshöhe hilft ebenfalls. Für die Pflege kann die Liegefläche per Fernbedienung auf die normale Arbeitshöhe angehoben werden.

Etwa 15 Aussteller informieren die Besucher bis Freitag im Kongresszentrum der Völklinger SHG-Kliniken. Ab 15 Uhr beraten die Fachleute an den Ständen über Barrierefreiheit, häusliche Pflegeangebote, ausgewogene Ernährung von Demenzkranken oder den richtigen Umgang mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Jeweils um 16 Uhr beginnen kostenlose Fachvorträge.

Veranstalter sind zwei Völklinger Organisationen: die Arbeitsgemeinschaft Seniorennetzwerk und die Volkshochschule (VHS). Da sich das Pflegeversicherungsgesetz zu Jahresbeginn geändert hat, steht dieses Mal das Thema Pflege im Mittelpunkt.

Nach der Begrüßung durch Gerald Zieder, den Vorsitzenden von Seniorennetzwerk und Demenzinitiative, VHS-Chef Karl-Heinz Schäffner und SHG-Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer startete die Vorsorgewoche am Montagnachmittag mit dem ersten Demenztag 2015.

Im Vortrag des Medizinprodukteberaters Harald Meyer drehte sich alles um pflegeunterstützende Hilfsmittel. Der Erhalt von Mobilität, erläuterte der Experte, bedeute Lebensqualität. Ein Rollator hilft beim Gehen, ein Duschstuhl sorgt im Bad für Sicherheit. Und eine Notruf-Uhr sendet mit Satellitenunterstützung die genaue Position des Demenzkranken per SMS an einen festgelegten Empfänger.

Mit einem Augenzwinkern erinnerte der Mitarbeiter der Firma Russka an das vielleicht wichtigste Hilfsmittel in der Pflege: Schokolade. Die Nervennahrung gibt den Angehörigen die nötige Kraft zu Pflege.

Zum Thema:

Auf einen BlickKostenlose Fachvorträge beginnen jeweils um 16 Uhr. Mittwoch: "Was bekomme ich für meine Pflegestufe nach dem 1. Pflegestärkungsgesetz?" Donnerstag: "Gesunder Egoismus in der Pflege, wie geht das?" Freitag: "Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, wie mache ich es richtig?" Nach dem letzten Vortrag lädt das Seniorennetzwerk zu einem kleinen Imbiss mit Umtrunk ein. Musikalisch umrahmt wird der Abschluss von Gitarrist Dietmar Kunzler. tan