Schön bunt, schön schräg

Die Band Schaafa Sämpf lässt im Lauterbacher Pfarrheim die Bühne wackeln.

Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschen am Freitagabend in Lauterbach. Statt Büttenredner und Gardemädchen sorgen fünf durchgeknallte Musiker für Stimmung. Schaafa Sämpf drückt im katholischen Pfarrheim mächtig auf die Tube - bereits zum vierten Mal. Regelmäßig verwandelt sich der Saal in "Bernds Bistro", dann sind dort Konzerte des Kulturvereins Plopp angesagt.

Ballons, Luftschlangen, Hüte und Perücken prägen das Bild. Die Besucher sind verkleidet. Und auch die Band, die sich selbst als "schönste Boygroup des Saarlandes" bezeichnet, erscheint in schrägem Outfit. Die Musiker tragen Pudelmütze, Sonnenbrille oder Sandalen. "Sämpfonie No. 7" oder "Wir sind spitz, pass auf!" lauten die Titel der CDs, die am Eingang zum Verkauf ausliegen.

Die Künstlernamen lassen ebenfalls vermuten, dass keine Chorknaben am Werk sind. Sänger Tim Rakete, Doktor Sämpf (Gitarre), der Reiseleiter (Keyboard), Osiris Os Mo (Bass) und der Waackinator (Schlagzeug) überspringen einfach die Aufwärmphase. "Gleich von Anfang an Vollgas geben!", lautet das Motto. Schon beim ersten Titel wackelt die Bühne. Und auch in der Folgezeit gibt es ordentlich was auf die Ohren. Leider sind die Texte akustisch nicht immer gut zu verstehen.

Die Kommunikation zwischen Band und Publikum klappt trotzdem, gerne stimmt die Menge mit ein. "Heyaho, ich geh' jetzt aufs Klo", schallt es durch den brodelnden Saal. Zunächst singen alle im Chor, dann folgt das Frauen-Solo; anschließend sind die Männer an der Reihe.

Die rund 100 Besucher wollen keine Band hören, die ihnen die Welt erklärt, den Zeigefinger hebt oder Trost spendet. Sie wollen einfach nur Spaß haben. Und weil's den Musikern genauso geht, wird ordentlich Party gemacht. Die Melodien sind bekannt, die Texte dazu selbst gestrickt. Die Jungs nehmen nicht das Lasso raus, sie schicken Hasso los, "der frisst gern Cowboys und Indianer". Und aus "Mendocino" wird "Pornokino". Auch ein Titel der Gruppe Pur muss herhalten. "Hab' mich wieder mal mit Bier betrunken", singt die Truppe nach der Pause.

Sogar ein Beatles-Klassiker bekommt einen neuen Text verpasst. John Lennon würde sich im Grab umdrehen. Oder begeistert mitsingen? Wenn Schaafa Sämpf loslegt, verschwimmen die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn.

1997 schlossen sich die Musiker zusammen. Sie hatten keine Lust mehr, mit ihren ehemaligen Bands nach immer höherem musikalischem Niveau zu streben. "Also gründete sich Schaafa Sämpf mit dem Vorsatz, mit niedrigem Niveau jede Menge Spaß zu haben", heißt es auf ihrer Facebook-Seite. Kein Zweifel: Die Jungs halten, was sie versprechen!