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Pächter-Ehepaar zieht nach Saarbrücken um
Schlussverkauf im Parkhotel Albrecht

Markus und Silke Albrecht verkauften beim Flohmarkt anlässlich ihres Wechsels vom Völklinger Parkhotel an den Saarbrücker Staden allerhand Inventar aus dem Parkhotel, darunter auch so manche Rarität.
Markus und Silke Albrecht verkauften beim Flohmarkt anlässlich ihres Wechsels vom Völklinger Parkhotel an den Saarbrücker Staden allerhand Inventar aus dem Parkhotel, darunter auch so manche Rarität. FOTO: Andreas Lang / Picasa
Völklingen. Beim Flohmarkt fand so manches vom Geschirr übers Piano bis zum Babybettchen seine Abnehmer. Von Andreas Lang

Mit einem solchen Andrang hätten Silke und Markus Albrecht nie im Leben gerechnet, sagen sie. Bei diesem Flohmarkt, mit dem der Rest des Betriebsinventars im bisherigen Parkhotel Albrecht zum Verkauf steht. Da drängten sich nicht nur Schnäppchenjäger vor der Glastür der Eingangshalle. „Viele Gäste wollten sich noch ein Erinnerungsstück an unser Parkhotel Albrecht sichern“, so die Albrechts, als der Andrang am Samstag und Sonntag schon  verebbt ist.


Bekanntlich ist das Parkhotel seit kurzem geschlossen. „Schweren Herzens“, sagen sie, haben die Albrechts weder den Pachtvertrag verlängert noch das Anwesen samt Schillerpark gekauft. Statt dessen ist das Pächterpaar mit seinem eingespielten Team in Zukunft im Casino-Restaurant am Saarbrücker Staden aktiv. Plaketten wie die des Restaurantführers Michelin gehen mit. „Die sind, je nachdem, an den Küchenchef oder an uns als Betreiber gebunden“, so Markus Albrecht.

Gutes Geschirr steht da nun zum Verkauf, je nach Größe für einige  Euro. Ein junges Paar steuert schnurstracks darauf zu. „Die haben doch erst vor kurzem bei uns geheiratet?“, fragt Markus Albrecht, Ehefrau Silke bejaht. Decken sich die jungen Leute mit einem Service ein, das zu festlichen Anlässen obendrein an den großen gemeinsamen Tag erinnert? In letzter Sekunde biegen sie ab.



Nachwuchs ist unterwegs, das Beistellbettchen, das über die Jahre in den Gästezimmern gute Dienste geleistet hat, ist Ziel der Begierde. Streng prüfende Blicke, geschicktes Taktieren bei den Verhandlungen – und schließlich wechseln Geld und Bettchen den Besitzer. „Ja, Verhandeln und Feilschen gehören mit dazu“, meint  Silke Albrecht. Beim Geschirr spielt das weniger eine Rolle, mehr bei extravaganten Stücken oder gar Unikaten. Wie den Riesenflaschen samt Lampenschirm aus Korken, die die Alrechts zu einem dreistelligen Preis feilbieten. Viel Verhandlungsspielraum ist da aber nicht drin, denn die mussten die Albrechts schon selbst teuer bezahlen.

„Das Piano ist schon weg“, freut  sich Markus Albrecht. Nicht so gefragt sind zumindest am ersten  Verkaufstag die vielen Gemälde, die unter anderem die Hollywoodstars Humphrey Bogart und Marilyn Monroe zeigen. Kunst hat ihren Preis, wie man an den Schildern sieht. Ob der Preis noch sinkt? Druck, zu verkaufen, gibt es offenbar nicht. Markus Albrecht: „Was nicht verkauft wird, wird eingelagert.“

Hüttenschänkenwirt Dieter Baldauf ist auch zeitig zum Flohmarkt gekommen. Sein Blick fällt auf die blauen Gartenstühle aus Plastik. „Erinnerungen an unsere Summer-Open-Airs im Schillerpark“, ist auf dem Schild dabei zu lesen. „Die nächste Biergartensaison kommt bestimmt“, kommentiert Baldauf und sichert sich vier der Stühle.

Egal, was verkauft wird, eingelagert wird oder als Eigentum der Stadtwerke zurück bleibt: Die Al­brechts nehmen Erinnerungen mit nach Saarbrücken. Zum Beispiel an den Schlussabend. „Mehr als 200 Gäste, einige haben sich sogar unter falschem Namen angemeldet, um uns zu überraschen.“