Luisenthaler Häuser In der Acht werden saniert: Sanierung statt Abriss für 24 Wohnungen

Luisenthaler Häuser In der Acht werden saniert : Sanierung statt Abriss für 24 Wohnungen

14 Jahre standen die Häuser In der Acht 32 bis 38 in Luisenthal leer – die Stadt hatte kein Geld fürs Sanieren. Jetzt werden sie neu hergerichtet.

Nach äußerst wechselhafter jüngster Vergangenheit steht dem Gebäudekomplex In der Acht in Luisenthal eine zuversichtliche Zukunft in Aussicht. Denn innerhalb der alten Mauern sind fleißige Handwerker tätig. Von außen sind Bauzaun und Gerüst deutliche Anzeichen, dass der Komplex, der im Besitz der Gemeinnützigen Städtischen Wohnungsgesellschaft (GSW) ist, gründlich saniert wird. Jetzt haben Markus Arend, geschäftsführender Vorstand der GWS, und der beauftragte Projektleiter Volker Jung der Saarbrücker Zeitung einen Einblick in die Arbeiten gewährt.

Zunächst aber ein Blick in die Geschichte. Der Gebäudekomplex wurde 1955 hochgezogen, der Grundriss der Wohnungen gleicht der damals in der Region am weitesten verbreiteten Schablone. Kleine Wohnungen mit 48 Quadratmeter Wohnfläche; davon nehmen Küche und Wohnzimmer jeweils den größten Raum ein. Hinzu kommen ein kleineres (Schlaf)-Zimmer, ein minimalistisches Bad und ein Mini-Flur –  das war’s. 24 gleiche Wohnungen gibt es im Komplex, je sechs in jeder der vier Abteilungen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Grundrisse der beiden  Wohnungen pro Etage sich gegenseitig spiegeln.

In den 80er und 90er Jahren wurde noch einmal saniert, einmal unter anderem die Elektroleitungen, dann zum Teil doppeltverglaste Fenster, die auch weiter drin bleiben sollen. Seit 2003 war der Komplex dann aber unbewohnt. Das lockte Kupferdiebe und Obdachlose an. Die einen rissen Kupferleitungen sogar aus den Wänden. Die anderen hinterließen Chaos in den gewaltsam geöffneten Wohnungen. Die Wohnungen wieder instandzusetzen – dafür fehlte der klammen Stadt das Geld, wie Arend berichtet. Sogar der Abriss schien zuletzt eine Option – doch auch dafür mangelte es der Stadt  und damit auch GSW an Finanzmitteln.

„Zum Glück“, wie Arend heute meint. Denn infolge der Flüchtlingswellen der vergangenen Jahre braucht die Stadt Wohnraum. Und um diesen herzurichten, gibt es Fördergeld vom Land. Mehr als zwei Drittel der Dreiviertelmillion, die der derzeitige Umbau kostet, schieße das Land zu: 560 000 Euro, sagt Arend.

Die alten, teilweise mehr als 60 Jahre alten Versorgungsleitungen herauszureißen – das haben die Metalldiebe den beauftragten Arbeitern zum Großteil erspart. Aber das übrige Chaos? „Zunächst einmal war Entrümpeln angesagt“, berichtet  Jung. 24 große Container seien dabei gefüllt worden. Wie die Arbeiten voranschreiten, ist in diesen Tagen noch blockweise zu besichtigen. Die Versorgungsleitungen laufen nun einheitlich in einem Schacht, den die Planer in die markante Küchennische gelegt haben. Was für die späteren Bewohner davon hinter der Rigips-Wand sichtbar bleibt, ist das, was die eingebaute Wartungsklappe freigibt.  Die Bäder werden frisch gefliest, mit modernen sanitären Anlagen ausgerüstet, mit Waschbecken, Toilette, Dusche und Heizung. Barrierefreiheit sei übrigens nicht drin:  „Das machen schon die Maße der Türen unmöglich“, sagt Arend. Doch werde möglichst barrierearm nach Deutscher Industrienorm (DIN) gebaut.

Mit den neuen Zähleinrichtungen für Strom, Wasser und Gas wurden auch vier moderne und effiziente Gasbrennwertzentralheizungen eingebracht, je eine pro Gebäudeeinheit. Sie befinden sich in den Kellern, wo in einem anderen Raum auch die zentrale Hauptverteilung untergebracht ist. Weiter wird im Basement eine Waschküche eingerichtet, in der die Bewohner jeder Wohneinheit je eine Waschmaschine und einen Trockner anschließen können.

Motto „klein, aber mein“: Die Bäder der Wohnungen sind eng. Aber sie werden jetzt komplett erneuert, von Leitungen über Fliesen bis zur Sanitärkeramik. Foto: BeckerBredel
Zuständig fürs Renovieren in Luisenthal: Volker Jung (links), Bauleiter der Firma Adam, und Markus Arend, Geschäftsführer der Allgemeinen Baugenossenschaft Völklingen 1904, die sich auch um GSW-Immobilien kümmert. . Foto: BeckerBredel

Dass in der Acht nun aber ein Flüchtlingsschwerpunkt entsteht, schließt Arend aus: „Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist davon auszugehen, dass einige der Wohnungen zur Vermietung an sozial Schwache zur Verfügung stehen werden.“ Für einen Neubau von zwei Dutzend Wohneinheiten dieser Größe hätte man übrigens etwa das Dreifache der Sanierungskosten benötigt, wie Arend weiter informiert.