Saarstahl Völklingen setzt per Hubschrauber Schalldämpfer auf Werksdach

Montage per Hubschrauber : Rotorenknattern für den Umweltschutz

Saarstahl baut in Völklingen eine neue Stranggießanlage. Damit die nicht ungebührlich viel Lärm macht, kamen am Donnerstag Schalldämpfer auf das Dach – mit einem spektakulären Hubschrauber-Einsatz.

Der Helikopter-Flug musste mehrmals verschoben werden – am Donnerstagnachmittag war es dann soweit: Für eine spektakuläre Montage-Aktion brachte der Hubschrauber Bauteile vom Völklinger Saarstahl-Gelände auf das Dach der Stranggießanlage. „Das Ganze ist ein Umweltschutzprojekt“, sagte Unternehmenssprecherin Ute Engel und erklärte vor Ort den Hintergrund der aufwändigen Montage.

Der Hubschrauber-Einsatz am Völklinger Stahlwerk diene der Montage von Schalldämpfern. Bevor diese aber für Ruhe sorgen können, knatterten die Rotoren, und der Heli zog die Blicke zahlreicher Passanten auf sich. Nacheinander wurden drei Bauteile auf das Dach gebracht. Die Teile waren mit Seilen unter dem Hubschrauber befestigt, wurden von Arbeitern am Dach abgenommen und eingesetzt. „Ein Kraneinsatz war hier unmöglich, weil die Schalldämpfer in der Mitte des Dachs montiert werden müssen“, sagte Engel. Kein Kran habe einen so weit reichenden Ausleger.

Die Haltepunkte auf dem Dach, erklärte Engel weiter, seien im Vorfeld komplett vorbereitet worden, damit die vom Hubschrauber abgesetzten Teile direkt verankert werden konnten und kein weiterer Zwischenschnitt notwendig wurde. Wegen der schwebenden Lasten unter dem Hubschrauber seien Teile des Werksgeländes komplett gesperrt worden. Den Aufwand betreibe man, um Lärm zu reduzieren, der bei der Dampfabsaugung entstehe. Beim Strangguss bilde sich Dampf durch die Spritzkühlung. Den sammele man in einer Kältekammer und leite ihn zum Dach ab. Und dazu nutze man starke Ventilatoren, deren Geräusche durch die Schalldämpfer am Hallendach deutlich gemindert würden.

„Seit 2004 hat unser Unternehmen alleine für den Schallschutz 24 Millionen Euro ausgegeben“, sagte Engel, die sich selbst erstaunt zeigte, dass das Hubschrauber-Unternehmen gerade einmal eine gute halbe Stunde für die Montage aller drei Schalldämpfer veranschlagt hatte. Aber der Zeitplan ging nicht auf. Der erste Flugversuch wurde abgebrochen – das Bauteil war für den Lufttransport zu schwer. Der Heli musste noch einmal landen, man musste am Bauteil etwas abbauen, um es leichter zu machen. Im zweiten Versuch klappte es dann besser.

Dass der Hubschrauber die Baustelle dreimal anflog, bot Zuschauern die Möglichkeit, die Arbeiten mehrfach zu sehen oder auch aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Die aufwändigen Arbeiten waren von der Saarstahl AG vorher öffentlich bekanntgemacht worden. So konnten Technikbegeisterte sich einen sicheren Platz zur Beobachtung suchen. Was sie denn auch taten: Von der Karolinger Brücke aus und von exponierten Stellen in Fürstenhausen hatten sie eine gute Sicht auf das Manöver.

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