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Saarländer bekennen sich zum Platt

Saarländer bekennen sich zum Platt

Völklingen. Mundart ist Kultur. Die Schwaben machen bundesweit Werbung damit, dass sie angeblich alles können außer Hochdeutsch. Die Hessen babbele einem das Blaue vom Himmel herunter, und der Norddeutsche stolpert über spitze Steine, wenn er das "S" in den Wörtern exzessiv betont. Und der Saarländer? Da wird's schwierig

Völklingen. Mundart ist Kultur. Die Schwaben machen bundesweit Werbung damit, dass sie angeblich alles können außer Hochdeutsch. Die Hessen babbele einem das Blaue vom Himmel herunter, und der Norddeutsche stolpert über spitze Steine, wenn er das "S" in den Wörtern exzessiv betont. Und der Saarländer? Da wird's schwierig. Erhebungen zu Folge werden in keinem Bundesland soviele Mundarten und Dialekte gesprochen wie im Saarland. Damit diese Eigenart der Saarländer nicht ausstirbt, fordern die Stadt Völklingen, der Landkreis St. Wendel, SR3 Saarlandwelle und der Sparkassenverband Saar alle zwei Jahre Autoren zum Mitmachen beim Wettbewerb um den Saarländischen Mundartpreis auf. Diesmal hatten mehr als 200 Autoren zu dem Thema "Zeit" mitgemacht, darunter 62 Schüler mit 60 Textbeiträgen und 37 Cartoons sowie 154 Erwachsene mit 230 Beiträgen. Am vergangenen Freitag fand die Preisverleihung in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte statt - allerdings nur vor relativ wenigen Interessierten. Die Hälfte der Stühle in der großen Halle blieb leer. Zumindest aber die Preisträger, darunter sogar einige Pfälzer, und ihr Anhang waren vollständig vertreten. Mit Eberhard Schilling und Michael Friemel als Moderatoren schickte der Saarländische Rundfunk zwei ausgewiesene "Plattschwätzer" in den Ring. Und die "schwätzte ach, wie ihne de Schnawwel gewachs iss". Und auch ansonsten gab es viel Mundartliches von professionellen Künstlern. Lediglich die Gewinner der ersten Plätze in den einzelnen Wettbewerbs-Sparten durften ihre Texte vortragen, was manche Teilnehmer und auch Besucher lebhaft bedauerten. Aber wie sagt der Saarländer so schön, wenn es mal nicht so ist, wie es sein soll: "Es war mol ebbes anneres."Die Preisträger und Laudatoren in der Reihenfolge, wie sie auch auf unserem Bild zu finden sind: zunächst hinten von links 3. Platz Kurztext Melanie Fischer-Kreupp, 3. Platz Lyrik Maria Waßmuth, 1. Platz Kurztext Gangolf Peitz, Aaron Dewitz, Preis für Schulklasse Mareike Wagner und Marcus Probst, 1. Platz Prosa Jean-Louis Kieffer, 2. Platz Lyrik Patrick Feltes, 2. Platz Prosa Rudy Kupferschmitt, Völklingens Bürgermeister Wolfgang Binz, 3. Platz Prosa Doris Jäckle, 3. Platz Cartoon Philip Markwirth, 2. Platz Kurztext Eberhard Jung, 1. Platz Lyrik Helga Schneider. Vorne von links Preis Schulklasse Jeremias Stein, 2. Platz Schüler Sharon Lewis und 3. Platz Schüler Hanin Al-Robaic, Preis Schulklasse Annika Thies, 1. Platz Schüler Nina Kessler, 1. Platz Cartoon Lucas Gusenburger, 2. Platz Cartoon Alex Zymut, 3. Platz Cartoon Linda Kreiser.