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Saar-FDP präsentiert sich als „Alternative für Demokraten“

Saar-FDP präsentiert sich als „Alternative für Demokraten“

In den jüngsten Umfragen liegen die Saar-Liberalen noch unter fünf Prozent. Werden sie die Marke bei der Landtagswahl 2017 knacken? Landeschef Luksic zeigte sich am Samstag in Völklingen siegessicher. Dort wählten ihn die Delegierten mit einem Rekordergebnis an die Spitze ihrer Landesliste.

"Wir schaffen das!" Der Satz, mit dem Oliver Luksic seine Rede beendet, ist in diesem Fall kein Bekenntnis zu Merkels Flüchtlingspolitik. Ganz im Gegenteil: "Merkel hat Deutschland in Europa isoliert und sich von der Türkei abhängig gemacht", polterte der Chef der Saar-Liberalen am Samstag auf der Landesvertreterversammlung. Luksic sparte nicht mit Kritik an der Konkurrenz, die "mit falscher Politik den Populismus von links und rechts immer stärker" mache. Seine FDP setze als einzige Partei auf einen "schlanken und starken Staat". Und mehr noch: Man wolle eine "Alternative für Demokraten" sein, und damit ein Gegenentwurf zur AfD, die der Landeschef als "rassistisch" und "radikal" bezeichnete. Oberstes Ziel: der Wiedereinzug in den saarländischen Landtag. Die Freien Demokraten hatten ihn 2012 mit einem Ergebnis von nur 1,2 Prozent verfehlt.

Die Wortgewalt fand Widerhall: Mit 97,6 Prozent der Stimmen wählten die Delegierten Luksic zu ihrer Nummer eins auf der Landesliste. Platz zwei sicherte sich Generalsekretärin Claudia Fuchs. Selbstbewusst stand die Diplomfinanzwirtin am Rednerpult und gelobte, sich für Handwerker, Freiberufler und Arbeitnehmer gleichermaßen einzusetzen. Damit überzeugte sie 65 von 82 Delegierten.

Der selbstständige Rechtsanwalt Tobias Raab, der sich für "mehr männliche Erzieher und Grundschullehrer" aussprach, konnte 80 Prozent der Stimmen auf sich vereinen: Platz drei der Landesliste. Überraschend groß war die Unterstützung für die beiden saarländischen Unternehmer David Zimmer (96 Prozent) und Philipp Gross (knapp 93 Prozent). Sie traten zum ersten Mal an und belegten jeweils Platz vier und fünf.

Das Programm für die Landtagswahl 2017 hatte die FDP bereits Anfang des Jahres abgesteckt. Kernbestandteile sind der Abbau von Steuern und Bürokratie, mehr Wahlfreiheit in der Schulpolitik und eine stärkere Digitalisierung. In diesem Jahr gesellt sich ein weiterer Schwerpunkt hinzu: die Abgrenzung zur AfD. Ob sie den Liberalen gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.