Rundgang ist schnell absolviert

Drei Fahrgeschäfte und noch einige Verkaufsstände und Buden: Ohne Gebührensenkung wollten viele Schausteller nicht zur Völklinger Herbstkirmes. Sie endet am Dienstag mit dem Jahrmarkt und Familientag.

Bei den letzten Runden, die das Kinderkarussell von Arnold Roos am Eröffnungstag der Völklinger Herbstkirmes auf dem Hindenburgplatz dreht, wird es langsam dunkel. Jetzt kommen die bunten Lampen besonders gut zur Geltung. Und Onkel Arnold bietet seinen kleinen Fahrgästen noch einen Zuschlag: "Extrarunde, Extrarunde."

Der Rundgang über die Herbstkirmes ist dagegen schnell absolviert. Neben Roos' Kinderkarussell gibt es noch einen Pressluftflieger. Roland Haddzis ist mit seinem Autoscooter da. Pfeilewerfen, Süßigkeiten, Kirmeseis und dann noch dies und das, das war es für die Herbstkirmes. So manchen lässt das wehmütig zurückdenken. "Früher ging die Kirmes bis nach vorne zur Moltkestraße. Alles war voll", sagt Heinz Kirsch. "Traurig, wie sich das entwickelt hat."

"Die Platzmiete ist zu teuer, deswegen sind die Kollegen nicht gekommen", sagt Haddzis. Zwar stand mit der Neufassung der Marktordnung eine Senkung der Gebühren an, doch das Gros der Schausteller traute dem Braten nicht. Zu Recht, wie sich vergangene Woche gezeigt hat. Der Stadtrat hat nach dem Lauterbacher Ortsrat das Thema vertagt - und die Platzkosten sind die alten. Haddzis meint aber: "Sobald diese Änderung über die Bühne ist, kommen die Kollegen auch wieder."

Dennoch ist einiges los am Samstagabend. Zum Fassanstich freuen sich Schausteller, Marktmeisterin Brigitte Kölbl und allerhand Kommunalpolitiker um Ortsvorsteherin Monika Roth über allerhand Publikum im Festzelt am Bit am Markt. Dort und auf der Terrasse des Lokals kommt wenige Stunden später auch die große Oktoberfestgaudi mit Karaoke in Gang, die Wirtin Tina Stiller organisiert hat. Als die Oktoberfesthymne durch die Boxen dröhnt, stimmen viele ein: "Ein Prosit, ein Prosit, der Gemütlichkeit." Da stört auch der später einsetzende Regen nicht weiter, gibt es doch im Zelt und unter den großen Schirmen ausreichend trockene Plätze.

Viele bleiben da, um den ungeahnten Talenten zu lauschen. "Schmitti" und später auch Holger singen "Angels", jede auf seine eigene Art und Weise. Martin, der "noch niemals in New York" war, kann auch Elvis, und Anja erbittet wie die Beatles Hilfe: "Help". Und ein "Humba Täterä" war später auch noch zu hören.

Über das weitere Kirmestreiben informiert Schausteller Heinrich Dörks: "Dienstag ist Kindertag mit einem Clown, Kinderschminken und günstigen Preisen." Im Eligiusviertel findet parallel dazu der Herbstjahrmarkt der Mittelstadt statt. Wie Marktmeisterin Kölbl informiert, haben sich 39 Beschicker aus allen Bereichen des typischen Jahrmarkt-Sortiments dafür angemeldet. Die Völklinger Herbstkirmes endet am morgigen Dienstag.