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Runder Tisch in Ludweiler bemüht sich um Flüchtlinge

Runder Tisch in Ludweiler bemüht sich um Flüchtlinge

Das Netzwerk für Flüchtlinge in Ludweiler breitet sich aus. Weitere Familien sind in den Ort gekommen. Und weitere ehrenamtliche Helfer werden sich um sie kümmern, berichtet Ortsvorsteherin Christiane Blatt.

Auf positive Nachrichten freut sich Ludweilers Ortsvorsteherin Christiane Blatt , wenn sie den Runden Tisch zum Flüchtlingsthema im Alten Bürgermeisteramt moderiert: "Inzwischen sind weitere Familien zu uns gekommen, weitere Ehrenamtliche wollen sich kümmern." Die Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule ist zentraler Punkt der Integration - schon weil sich wegen der Clearingstelle der Arbeiterwohlfahrt stets knapp 20 junge Einwanderer in Ludweiler aufhalten. Schulleiterin Rita Müller berichtete: "Sie sind bei uns schon so gut in den Klassen verteilt, dass sie kaum noch auffallen." Demnächst beginne die Prüfungsphase, und da tue sich Wichtiges, um auch denen eine gerechte Beurteilung zukommen zu lassen, bei deren Deutsch es noch hapere. Sie nannte das Schlagwort "Feststellungsprüfung", wie sie für Zuwanderer mit Russisch als Muttersprache schon länger möglich sei: "Demnächst kommen Arabisch und Persisch dazu." Der Schulphilosophie kommt das entgegen, denn: "Wir wollen die Schüler hier nicht nur parken und Deutsch pauken, wir haben den Abschluss auf dem Schirm."

Der Einrichtungsleiter der Awo-Clearingstelle, Uwe Hanson, erläuterte Sorgen der Jugendlichen: "Sie versuchen den Spagat zu bewältigen, mit dem Taschengeld auszukommen und gleichzeitig noch was für die Familien zuhause abzuzwacken."

Auch andere Alltagsprobleme wurden angesprochen, die wohl vor allem die Flüchtlingsfamilien betreffen. Mülltrennung auf Deutsch - das bedürfe wohl allerhand Übung. Bis das verstanden sei, lande viel Abfall in der nächsten freien und damit in der falschen Tonne. Auch das Energiebewusstsein sei noch nicht aufs neue Lebensumfeld angepasst. Gebetsmühlenartig wiederholen die Betreuer, dass die Einstellung Drei auf dem Thermostat in der Regel ausreiche, und dass die Wärme, die scheinbar einfach so aus der Heizung kommt, in Deutschland viel Geld koste.

Weiter freuten sich die Beteiligten, dass zwei junge Flüchtlinge wohl demnächst nach Ludweiler zurückkehren. Sie mussten zuletzt aus Altersgründen den Ort verlassen. Der Sportverein um Jugendleiter Alexander Rascopp hatte deshalb allerhand Mühe, die Jungs weiter an den Verein zu binden. Jetzt gelte es, noch eine Wohnung für sie zu finden.

Es gibt auch neue Angebote. Klaus Leik von den Naturfreunden lud zum Beispiel ein, bald zum Fußballgolf nach Beckingen zu fahren. Mit anschließendem Grillen - und das alles auf Vereinskosten. Er sieht das als Chance für die Naturfreunde, die Alterspyramide im überalterten Verein wieder ins Gleichgewicht zu bringen.