Roland Bernardi aus Völklingen ist Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft

Roland Bernardi aus Völklingen : Mit viel Elan im Einsatz für die „Jungen“

Der Völklinger Unternehmer Roland Bernardi ist ehrenamtlicher Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft.

„In den letzten zehn Minuten eines Wettbewerbs knistert es überall“: Roland Bernardis Augen glänzen. Die vielen Gefühle, die aufwallen, wenn die Besten auf nationaler oder internationaler Ebene gegeneinander antreten („Die WM ist wie eine Olympiade“). Das Mitfiebern. Der Stolz auf das eigene Team, das gut funktioniere – das alles begeistert ihn sichtlich.

Bernardi ist Zimmerer, Zimmermeister und Restaurator, liebt seinen Job und führt in Völklingen-Geislautern mit seinem Bruder Hans-Jörg das Holzbau- und Dachdeckerunternehmen Bernardi GmbH, das der Vater gründete. Klar, es gibt in seiner Freizeit „normale“ Hobbys wie den Karnevalsverein und Skifahren. Aber auch noch mehr: Der 58-Jährige engagiert sich nicht nur für seine Berufsorganisation, ist unter anderem Vorsitzender von Holzbau Saarland, ihm liegt auch die Nachwuchsförderung am Herzen. Er bringt sich, ehrenamtlich, intensiv bei Berufswettbewerben für junge Kollegen ein.

Der Völklinger ist Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft, die zurzeit aus fünf jungen Männern besteht. Er betreut seit 1996 die deutsche Mannschaft bei der Zimmerer-Europameisterschaft und ist seit 2005 als Experte bei den Deutschen Meisterschaften und seit 2006 als Experte auf internationaler Ebene aktiv. Die Zimmerer-Nationalmannschaft wird getragen von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister, also dem Berufsverband der Zimmerer.

Teamleitung bedeutet für ihn: Er hält die Fäden zusammen, ist Ansprechpartner für die so wichtigen „Leistungspartner“, also Sponsoren, ist bei vielen Trainings in den Ausbildungszentren dabei. Und er entscheidet mit seinem Stellvertreter und den zwei Trainern, wer an den Ausscheidungen teilnimmt. „Wir wollen immer das Beste für Deutschland herausholen“, sagt er. Die Erfolgsbilanz lässt sich sehen. Bei der EM 2018 beispielsweise holte das deutsche Team zum vierten Mal in Folge Gold in der Einzel- und Mannschaftswertung; 2015 gab´s bei der WM in Brasilien die Goldmedaille.

Vor kurzem hat er einen neuen Namen bekannt gegeben: Alexander Bruns. Der 21-jährige Zimmerergeselle aus Bad Dürkheim wird im August für Deutschlands Zimmerer bei der Berufsweltmeisterschaft „World Skills 2019“ in Kasan (Russland) antreten. Bruns war jüngst Europameister in der Einzelwertung geworden. In Kasan muss er in 22 Arbeitsstunden an vier Tagen ein Dachstuhlmodell oder einen Holzpavillon bauen. Da ist nicht allein handwerkliches Können gefragt. Nervenstärke und eine schnelle Auffassungsgabe sind auch wichtig, weiß Teamleiter Bernardi.

Das Ehrenamt „frisst“ jährlich mehr als 30 Tage und diverse Wochenenden des verheirateten zweifachen Familienvaters. Das ist es ihm aber wert: „Weil’s Spaß macht, weil ich mit dem Virus infiziert bin.“ Bernardi lächelt. Die „Jungen“ fördern, für’s Land tätig zu sein, Ideen weitergeben – das treibt ihn an.

Er beschäftigt in seinem Betrieb immer Azubis. Für ein gutes Handwerk brauche man eine gute Ausbildung, ist er überzeugt. Und auch davon, dass Wettbewerbe gut für die Teilnehmer sind, wenngleich sie viel Einsatz verlangen: „Das bringt Erfahrung, die Männer reifen und wachsen.“ Sie kämen in den Genuss von Zusatz-Trainings, erhielten Kontakte überall: „Die bekommen einen anderen Horizont.“ Das Ganze mache viel Spaß – Bernardi zeigt stolz Fotobücher begeisterter Teilnehmer – und wirke sich positiv aus: „Man kann davon ausgehen, dass die meisten Zimmermeister werden oder eine verantwortungsvolle Rolle im Betrieb spielen.“

Ein erfolgreicher Nachwuchs-Zimmerer ist ihm bestens bekannt: 2015 wurde sein Sohn Mario Deutscher Meister. Der Papa, da nur Zuschauer, wird den Moment, als der Filius aufgerufen wurde, nie vergessen. Seine Augen bekommen wieder diesen Glanz: „Das waren sehr schöne Emotionen.“

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