Röchling Völklingen vor Spiel beim TSV Emmelshausen mit vielen Verletzten

Röchling Völklingen : Skepsis und ein sehr schlechtes Gefühl

Röchling Völklingen hat beste Karten für die direkte Rückkehr in die Fußball-Regionalliga. Doch die lange Verletztenliste nährt Zweifel.

Es könnte alles so schön sein: Der SV Röchling Völklingen hat den Regionalliga-Abstieg bestens verkraftet und sich in die Spitzengruppe der Fußball-Oberliga eingereiht. Mit 38 Punkten geht die Mannschaft von Trainer Günter Erhardt als Tabellenzweiter und damit auf dem Relegationsplatz in die restlichen 15 Partien. Eine Wiederholung der Ereignisse von Mai 2017, als den Völklingern über die Relegation der Aufstieg in Liga vier glückte, scheint möglich. Sogar der direkte Aufstieg ist bei nur vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Rot-Weiß Koblenz möglich.

Im Gegensatz zu einigen Völklinger Spielern, die ihre Aufstiegswünsche unlängst untermauert hatten (wir berichteten), blickt der Trainer voller Skepsis auf die Restrunde, die an diesem Sonntag, 17. Februar, um 15 Uhr mit dem Spiel beim Tabellen-16. TSV Emmelshausen beginnt. „Nach unserer Vorbereitung habe ich ein sehr schlechtes Gefühl, weil wir viele Ausfälle zu beklagen haben“, sagt Erhardt.

Mit Nico Zimmermann und Idir Meridja verpassten zwei wichtige Mittelfeldstützen die Vorbereitung komplett. Zimmermann hat Hüftprobleme. Diese hatten ihm bereits im ersten Halbjahr eine lange Pause eingebracht. Meridja laboriert an einer Knieverletzung. Wie lange beide fehlen, ist unklar. Offensivspieler Gibriel Darkaoui wird nach einer Operation wegen eines Knöchelbruchs in dieser Saison gar nicht mehr spielen. Marvin Wollbold erlitt in der Hallenrunde eine Bänderverletzung und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Dazu erwischte es Jan Issa am Samstag beim Völklinger 2:0-Erfolg im Testspiel gegen Ligarivale FC Wiesbach (Tore durch Fabian Scheffer und Marcel Linn). Der Offensivspieler erlitt einen Nasenbeinbruch und verlängert die Liste der Ausfälle.

„Im letzten Testspiel musste ich mit Patrik Herbrand einen Torwart als Stürmer einwechseln. Das spricht wohl nicht gerade für eine optimale Vorbereitung“, verdeutlicht Erhardt die knifflige Lage. Zumal die Ausfälle Spieler betreffen, die mit ihrer Erfahrung im Aufstiegsrennen das Zünglein an der Waage sein könnten. Dazu gehört auch der im ersten Halbjahr so starke Julian Kern, der nach überstandenen Adduktorenproblemen erst seit einer Woche wieder im Training ist. „Es sind halt auch nicht gerade unwichtige Spieler, die sich verletzt haben“, sagt Erhardt.

Mit Jordan Steiner kam im Winter ein Zugang. Der 22-Jährige war im Sommer vom 1. FC Saarbrücken zum FC Saargemünd in seine französische Heimat gewechselt. Nun soll er bei Röchling Völklingen die Meridja-Lücke im defensiven Mittelfeld schließen. „Wir werden sehen, ob ihm das gelingt. Er muss einen stabilen Spieler ersetzen, der immer seine Leistung bringt. Der erste Eindruck ist gut, aber es zählt halt die Runde, nicht die Leistung in den Tests“, erklärt Erhardt. Auf die teils guten Resultate wie gegen Wiesbach oder zuvor beim 3:1-Sieg gegen den FK Pirmasens und beim 0:0 gegen den FC Homburg (beide Regionalliga) gibt er nicht viel: „Wir haben ja auch 1:7 gegen die SV Elversberg verloren – solche Ergebnisse interessieren einfach nicht.“

Den direkten Wiederaufstieg hält Erhardt ob der Personalsorgen für unrealistisch: „Ein voller Kader wäre die Grundvoraussetzung für eine gute Rückrunde gewesen. Wären alle fit, hätten wir sicher gute Chancen. So aber bin ich da sehr skeptisch.“ Zum Auftaktgegner Emmelshausen sagt Erhardt: „Die kämpfen um den Klassenverbleib, von daher ist das eine unangenehme Aufgabe. Auch der Kunstrasen dort kommt uns nicht gerade entgegen.“ Das Hinspiel gewannen die Völklinger im Hermann-Neuberger-Stadion mit 4:0.

Mehr von Saarbrücker Zeitung