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Röchling verliert Heimspiel
Angstgegner zerstört die makellose Bilanz

Felix Dausend macht sich vor dem Mainzer Jonas Raltschitsch (links) breit, um den Ball annehmen zu können. Der Völklinger musste mit seiner Mannschaft ab der 33. Minute in Unterzahl spielen. Es gab die erste Heimniederlage der Saison.
Felix Dausend macht sich vor dem Mainzer Jonas Raltschitsch (links) breit, um den Ball annehmen zu können. Der Völklinger musste mit seiner Mannschaft ab der 33. Minute in Unterzahl spielen. Es gab die erste Heimniederlage der Saison. FOTO: Ruppenthal
Völklingen. Röchling Völklingen feierte zuhause nur Siege und war ohne Gegentor – bis Schott Mainz kam. Gegen den Angstgegner gab’s eine 0:2-Niederlage. Von David Benedyczuk

In vier Heimspielen in der Oberliga-Saison hatte Röchling Völklingen souveräne Siege eingefahren. Die Bilanz: zwölf Punkte, 12:0 Tore. Doch in der Partie gegen den TSV Schott Mainz machte der Angstgegner der Völklinger seinem Namen alle Ehre. Die Rheinhessen setzten sich im Duell der Regionalliga-Absteiger vor etwa 300 Zuschauern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion mit 2:0 (2:0) durch.


„Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren spielbestimmend – dann steht es durch den ersten Mainzer Schuss aus 20 Metern plötzlich 0:1“, haderte Röchling-Kapitän Rouven Weber. In der 13. Minute endete die lange Zeit ohne Gegentor im eigenen Stadion. Luka Dimitrijevic verlor im Vorwärtsgang den Ball. Die Gäste schalteten schnell um. Der Ball kam am Strafraum zu Leon Kern. Der Mainzer zog ab. Torwart Sebastian Buhl war noch am Ball. Er konnte den mittig und halbhoch kommenden Schuss aber nicht parieren – das 0:1. „Der Schuss zum 0:1 war sicher nicht ganz unhaltbar“, sagte Völklingens Trainer Günter Erhardt.

Die Gastgeber verpassten durch Dimitrijevic (22. Minute) und Maziar Namavizadeh (26.) den Ausgleich. Sie zielten wie Weber (30.) über das Tor. Erneut Namavizadeh hatte dann mit die beste Chance. Der Völklinger scheiterte am Fuß des Mainzer Torwarts Mike Wroblewski (32.).



Statt des Ausgleichs folgte das 0:2. Die Gäste nutzten einen Völklinger Ballverlust nach einer Standardsituation und schalteten erneut schnell um. Idir Meridja musste als letzter Mann ins Laufduell mit dem Mainzer Silas Schwarz. Er zog den Kürzeren und wusste sich nicht anders zu helfen, als Schwarz im Strafraum am Trikot zu ziehen. Der Mainzer kam zwar zum Abschluss und Torwart Buhl parierte den Schuss mit einem Reflex. Doch Schiedsrichter Fabian Schneider gab im Nachhinein Elfmeter – und Meridja sah wegen einer Notbremse die Rote Karte (33.). Mairose verwandelte den Strafstoß sicher.

Die Völklinger waren in der zweiten Halbzeit um den 1:2-Anschlusstreffer bemüht, mussten jedoch die verletzten Marcel Linn (Knie) und Namavizadeh (Rücken) ersetzen. Zwingende Aktionen vor dem Tor der Gäste blieben aber aus. „Die zwei Szenen vor der Pause haben das Spiel leider frühzeitig entschieden“, sagte Kapitän Weber. Er haderte mit dem Platzverweis: „Die Szene zum Elfmeter und Rot, da muss ich ganz ehrlich sagen: Es ist ein Gerangel, der Stürmer kommt sogar zum Abschluss – da muss man in der frühen Phase keine Rote Karte geben.“ Es sei schade, denn aus seiner Sicht hätte es nicht zum sechsten Spiel in Serie ohne Sieg gegen den TSV Schott Mainz kommen müssen.

Weber hofft in der Partie am Samstag, 22. September, um 15.30 Uhr beim Tabellensechsten TSG Pfeddersheim auf eine positive Reaktion: „Zuletzt haben wir nach Niederlagen immer eine kleine Siegesserie gestartet – das müssen wir wieder hinkriegen.“ Der Abstand zur Tabellenspitze ist trotz der Heimniederlage kaum angewachsen: Als Vierter liegt Röchling Völklingen vier Punkte hinter Tabellenführer RW Koblenz.