Röchling Völklingen feiert in der Oberliga Sieg gegen Arminia Ludwigshafen

Vierter Heimsieg ohne Gegentor : Neuzugang Namavizadeh schlägt sofort ein

„Es wurde mal wieder Zeit“, sagte Jan Issa vom Fußball-Oberligisten Röchling Völklingen am Samstag, nachdem er seine Durststrecke beendet hatte. Der 26-Jährige war mit einem Doppelpack einer der zwei prägenden Akteure beim 4:0 (1:0) gegen Arminia Ludwigshafen – der vierte Heimsieg ohne Gegentor.

Issa traf in der 13. Minute zum 1:0. Der andere Protagonist war Stürmer Maziar Namavizadeh. Trainer Günter Erhardt hatte den 24-jährigen Iraner kurz vor Ablauf der Wechselfrist verpflichtet. Der Neuzugang von Regionalligist FSV Frankfurt steuerte vor knapp 200 Zuschauern zwei Vorlagen und das vierte Tor bei.

Namavizadeh erklärte, dass ihm die Oberliga bestens bekannt sei aus der Zeit beim SV Gonsenheim, für den er in der vorletzten Saison 17 Tore erzielt hatte. Völklingen habe er damals als „abgewichste Mannschaft“ erlebt. Auf ähnliche Weise traf Namavizadeh zum 4:0, als er von links im Strafraum den Ball mit einem trockenen Schuss ins lange Eck jagte (65. Minute). Es war der Schlussakt einer furiosen Phase nach der Pause, die im Zeichen des Iraners stand. Namavizadeh ergänzte sich bestens mit Felix Dausend. Auf den Flügeln fanden beide mit Marcel Linn auf links und Issa rechts glänzende Unterstützer. Nach einem Konter über Rouven Weber und Issa setzte Namavizadeh Sturmpartner Dausend in Szene, der frei vor Torwart Kevin Urban an dessen Bein scheiterte. Direkt danach ließ Luka Dimitrijevic im Mittelfeld mehrere Gegenspieler aussteigen. Er passte zu Namavizadeh, dessen Flanke von rechts Dausend zum 2:0 eindrückte (54.).

Nach einer Schrecksekunde, als Ludwigshafens Nico Pantano an der Latte scheiterte (58.), machte Issa mit dem 3:0 alles klar. Er traf aus 20 Metern stramm ins linke untere Eck (60.) – erneut auf Vorlage von Namavizadeh. „Er hat direkt voll eingeschlagen“, lobte Dimitrijevic. Der Sieg sei die passende Antwort auf die 1:3-Niederlage bei RW Koblenz gewesen: „Wir waren ab der ersten Minute klar dominant, haben gut den Ball laufen lassen, gefährlich nach vorne gespielt und nur kurz mal die Ruhe verloren“, ergänzte der Rechtsverteidiger. „Irgendwann in der Vorbereitung hat Günter mich rechts aufgestellt – und hat danach ja keinen Rechtsverteidiger mehr verpflichtet. . . “, sagte Dimitrijevic. Er lobte seinen Partner Issa auf der rechten Seite: „Es ist überragend, mit Jan zu spielen. Dadurch kann ich auch als Rechtsverteidiger Offensivimpulse setzen.“

Für Issa, der erstmals seit dem zweiten Spieltag traf, als er beim 3:0 gegen Hassia Bingen zwei Tore erzielt hatte, war das Spiel ein Paradebeispiel, wie der Tabellenvierte aus Völklingen auftreten sollte: „Genau so müssen wir weitermachen: Wenn wir von Anfang an top-motiviert zur Sache gehen, sieht man, dass die Mannschaft überragend ist“, sagte er vor dem Saarderby am Samstag um 15.30 Uhr beim Tabellenvorletzten FV Diefflen, wohin Issa zuletzt ein halbes Jahr ausgeliehen war. Der 26-Jährige glaubt, dass Regionalliga-Absteiger Völklingen viel erreichen kann: „Es ist noch früh, aber mit diesem Team und dem Potenzial sehe ich uns weit oben. Schlechter als die Top Drei wäre schade.“

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