Röchling-Höhe bekommt einen Arzt

Hermann-Röchling-Höhe. Für die Bewohner der Völklinger Hermann-Röchling-Höhe werden Wege kürzer - sofern sie selbst es wollen. Denn der Stadtteil mit rund 1500 Einwohnern, bis jetzt ohne medizinische Versorgung, bekommt erstmals eine Hausarztpraxis. Eröffnen wird sie Dr

Hermann-Röchling-Höhe. Für die Bewohner der Völklinger Hermann-Röchling-Höhe werden Wege kürzer - sofern sie selbst es wollen. Denn der Stadtteil mit rund 1500 Einwohnern, bis jetzt ohne medizinische Versorgung, bekommt erstmals eine Hausarztpraxis. Eröffnen wird sie Dr. Markus Krings, Facharzt für Innere Medizin, der zusammen mit Kollegen eine Gemeinschaftspraxis in der Völklinger Kreppstraße führt. Es wird eine Art Zweigpraxis: Krings will weiter seine Patienten in der Innenstadt betreuen und daneben montags, mittwochs und freitags stundenweise auf der Röchling-Höhe praktizieren. Auf die Idee gekommen sei er durch Gespräche mit Patienten, berichtet Krings; sie hätten ihm davon berichtet, dass es auf der Röchling-Höhe noch nie einen Arzt gegeben habe. Das habe ihn zum Nachdenken gebracht, und er habe bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) den Antrag gestellt, eine Zweigpraxis eröffnen zu dürfen. Die KV, Standesorganisation der Mediziner, entscheidet, wie viele Ärzte welcher Fachrichtung in einem bestimmten Gebiet die Zulassung für die gesetzlichen Krankenkassen erhalten - und sie beschied Krings' Antrag erst einmal abschlägig. Ein Jahr später aber, "ich hatte das Projekt schon abgeschrieben", sei die KV erneut auf ihn zugekommen, erzählt Krings. Und sein zweiter Antrag ging durch; "man hat wohl eingesehen, dass dadurch die ärztliche Versorgung verbessert werden könnte". In den vergangenen Tagen war für Krings Einrichtungs-Endspurt. Denn an diesem Samstag, 16. Oktober, lädt der Arzt von zehn bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ein in die Räume, die er in der Trierer Straße 71 gemietet hat. Die erste Sprechstunde folgt am 25. Oktober. Eine ähnliche Konstruktion, wie Krings sie jetzt plant, gab es zuvor schon in Luisenthal (etwa 1800 Einwohner): Dort führte Dr. Bogdan Milek lange eine Zweitpraxis. Im September 2009 hat er sie allerdings geschlossen, "der Aufwand überstieg meine Kräfte", sagt er. Vielleicht, das sei durchaus denkbar, eröffne er in zwei Jahren wieder, wenn eine seiner jetzigen Assistenzärztinnen als Partnerin mit einsteigen könne, fügt Milek hinzu. Und: "Ich drücke dem Kollegen die Daumen."

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