Riesengaudi und ganz viel Musik

Es war wohl ein Fest der Superlative: 270 Musiker spielten auf Einladung der Ludweiler Brassband beim diesjährigen Oktoberfest auf. 1900 Liter Bier flossen durch durstige Kehlen. Tolle Dirndl gab es zu sehen. Gäste tanzten sogar auf den Bänken.

Das tiefe Donnern der Bass-Trommeln in der Völklinger Straße kündigt am Sonntagnachmittag weithin den abschließenden Höhepunkt des Völklinger Oktoberfestes des Fanfarenzuges Brassband Ludweiler an. Jetzt ziehen die Gastvereine unüberhörbar in Richtung Friedrich-Ebert-Platz. Viele in bunten Uniformen, wie der DRK-Spielmanns- und Fanfarenzug Rückers, der gerne traditionelle Märsche spielt und seine Zuhörer auch schon mal mit einem kleinen Walzer zum Schunkeln verführt.

In der Überzahl spielen sie aber moderne Hits in der Spielart eines Blasorchesters. So ist eine Melodie der Jugendshowband Castellum unverkennbar. Während sie in spektakulären Formationen durch die Straße marschieren, spielen sie, was viele mitsingen: "Atemlos". Ihnen folgen Gäste, die sich in Ludweiler zuletzt rar gemacht hatten. Umzugsmoderator und Vizevorsitzender Sven Erik Weber kündigt den Musikverein Norderstadt an: "Die haben wir hier länger nicht gesehen; als wir uns übers Jahr getroffen haben, haben wir beschlossen, mal wieder was zusammen zu machen - das ist gelebte Musikerfreundschaft."

Die weiteste Anreise hatte übrigens die Deutsche Jugendbrassband Lübeck. "Zehn Stunden Busfahrt", so weiß Eric Gaastra, der Vorsitzende der Gastgeber. Das größte Stehvermögen bewiesen die Musiker aus Oggersheim und Dorheim . Sie waren bereits am Freitag angereist und haben das komplette stimmungsvolle Oktoberfest miterlebt.

Insgesamt waren 270 Musiker unterzubringen, sie übernachteten in Warndthalle, Jugendherberge und Naturfreundehaus. Gaastra spricht von einem "Rekord-Freitag". Rund 1000 Besucher bei toller Partystimmung und Kölsch-Rock mit der Gruppe De Pänz.

Mittendrin gab Völklingens Halbfinalist des TV-Sängerwettbewerbs "Voice of Germany" sein Intermezzo, Philipp Leon Altmeyer. "Am Samstag war dann noch eine Schippe mehr", blickt Gaastra zurück. Zelt voll, Eingänge zu - der Sicherheit wegen. Drinnen spielten die Five4Fun, die ihre Zuhörer schon bald auf den Bänken tanzen ließen. Wieder Stimmung ohne Ende, und das spezielle Festbier aus der Mass schmeckte prima. Zwischen Marschpräsentation und dem Konzert der Gastvereine hatte Gaastra 38 Fässer Bier gezählt, jedes mit 50 Litern Inhalt (30 davon waren Festbier).

Viele Feierlustige sind in bayrischer Tracht gekommen, die schönsten Trachten und Dirndln wurden prämiert. "Ich bin der Helmut vom Bollenberg", stellte sich der Sieger bei den Herren bierlaunig vor. Bei den Damen gingen die Preise nach Rheinland-Pfalz, nämlich an Jeanette Rosenbaum aus Mainz und Michelle Roloff aus Alzey.

Für die Gastgeber entwickelt sich das Oktoberfest einmal mehr zum Marathon, denn nach mehr als zwei Tagen Aufbau und drei Tagen Fest folgt heute noch ein Abbautag, das summiert sich dann auf eine knappe Woche. "Das schlaucht ganz schön", sagt Gaastra. Doch er weiß auch: "Der Abbau geht erstaunlicher Weise immer schneller." Er ist überzeugt: "Um 18 Uhr ist alles weg."

Zum Thema:

Stichwort Nach dem Oktoberfest als Jahreshöhepunkt steht dem Fanfarenzug Brassband Ludweiler jetzt das Mitwirken bei einem Konzertabend im unterfränkischen Retzbach und die Landesmeisterschaft in Lahnstein ins Haus. Und im kommenden Jahr freuen sie sich schon auf ihre Teilname an der Deutsche Meisterschaft in Lindau im Harz. al