Rettung für St. Wendalinus

110 000 Euro müssen mindestens in die alte Kapelle investiert werden, um den Verfall aufzuhalten. Wird der Bau auch touristisch genutzt, könnten die Ludweiler Gelder aus dem EU-Förderprogramm Leader beantragen, so der Rettungsplan.

Ein alter Holzkasten liegt auf einer der schweren Holzbänken in der alten Wendalinuskapelle in Ludweiler . Vier Einstellrädchen ermöglichen es, verschiedene Ziffern einzustellen, die der antike Projektor am anderen Ende des grauen Kabels an die Kapellenwand wirft, um so das nächste Lied der Liturgie anzuzeigen. Die Farbe an den Kapellenwänden ist blass. Oberhalb zweier Heizkörper verraten Rußspuren, dass das sakrale Gebäude wohl nur sehr unwirtschaftlich zu beheizen ist. Entsprechend kalt ist es beim Ortstermin mit Kirchenvertretern und Ortsvorsteherin Christiane Blatt . Die Blicke der Gruppe fallen auf den Schutzpatron der Kapelle: St. Wendalinus, unter anderem für Haus und Hof zuständig. Sein Patronat ist in den kommenden Monaten gefragt, um die Kapelle zu erhalten. Die Heiligenfigur macht auch tatsächlich Hoffnung. Ihre Farbe scheint genauso frisch, wie die der Chor-Empore. Die war zuletzt noch wie das gesamte Gebäude vom Zerfall bedroht, der Holzwurm hat sich im Gebälk breit gemacht. Eine örtliche Firma habe das Holz aber "geimpft" und frisch gestrichen, das Holz gelte als "wurmfrei", so Diplom-Ingenieur Robert Müller beim Ortstermin. Und so steht das sanierte Holz für die Hoffnung, die Kapelle zu erhalten, das Engagement der Firma als Zeichen für den Richtungswechsel.

Im Sommer schien die Zukunft noch düster bis hoffnungslos, jetzt werden Rettungspläne konkret. Zunächst ist das Dach an der Reihe, an dem offensichtlich wichtige Ziegel fehlen. Weil jederzeit weiteres Material vom Kirchendach stürzen könnte, flankiert seit Monaten ein Bauzaun die linke Kapellenseite und das Betreten des Grundstücks ist verboten.

Müller hofft, dass der Schaden als Sturmschaden eingestuft wird, die Versicherung folglich bezahlt. Es geht um rund 30 000 Euro, die andernfalls wohl zum Großteil vom Bistum kommen würden. Weiter sind Fassade und Innenraum zu sanieren, dazu sind wohl rund 80 000 Euro notwendig. Wer in welcher Höhe bezuschusst, ist derzeit noch unbekannt. Weil jetzt aber ein Patenverein gegründet werden soll, die Kapelle als Begegnungsstätte für Wanderer und Radler und wohl auch als Ort für Hochzeiten zur Verfügung stehen soll, sei sie auch öffentlich zugänglich, was weitere Geldquellen erschließt. "Weil sie dann ja auch dem Ort einen touristischen Nutzen bringt, passt das Leader-Projekt genau dazu", meint Ortsvorsteherin Blatt. Das Leaderprogramm ist ein EU-Sonderprogramm, nicht zuletzt könnten auch die Denkmalbehörden die Rettung der Kapelle unterstützten. Ortsvorsteherin Blatt: "Wichtig, denn es geht um die Zukunft unserer Kapelle - eines wirklichen Kleinods, in einem Ort, der Wert auf Historie und Geschichte legt."

Nächster Schritt ist die Gründung des Patenvereins am 15. Februar ab 18 Uhr im Pfarrzentrum in Ludweiler .