Retten und Löschen: Sie können's

Ein Brand, ein Verkehrsunfall, Menschen aus Flammen und Rauch retten, Verletzte aus einem Auto befreien, einen Gefahrstoff-Transport sichern: Bei ihrer Übung in Geislautern blieb der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen kaum eine Komplikation erspart. Alles klappte bestens.

Gespannt beobachten die Zuschauer auf dem Schlossparkgelände in Geislautern , wie die Feuerwehrleute bei der Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen mit starken hydraulischen Scheren den Unfall-Pkw zerlegen, in dem zwei verletzte Personen gefangen sind. Den Chef der Wehr faziniert derweil etwas ganz anderes. "Unglaublich, welch breites Spektrum die freiwillige Feuerwehr abdeckt", staunt Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ).

Gefahrstoff im Lkw

Der Gefahrstofftrupp des Löschbezirks Ludweiler kümmert sich unterdessen um das zweite Auto, das am inszenierten Unfall beteiligt ist - einen Lastwagen, der ein noch unbekanntes Gefahrengut transportiert. Mit ABC-Schutzmasken und weißen Overalls ausgerüstet, klettern Feuerwehrleute auf die Ladefläche, um möglichst schnell das Gefahrenpotenzial einzuschätzen und das Notwendige zu tun. Dass einige Meter abseits Kameraden bereit stehen, um im Falle eines Falles mit Schaum zu löschen, hat seinen Grund: Der kleinste Funke könnte die gefährliche Flüssigkeit auf der Ladefläche entzünden. Also entscheiden sich die gut ausgebildeten ehrenamtlichen Lebensretter zunächst, an beiden Fahrzeugen den Strom abzuklemmen.

Insgesamt waren 235 Einsatzkräfte der Völklinger Löschbezirke und der Völklinger Deutschen Lebensrettungsgesellschaft an der Hauptübung beteiligt. Zunächst war ein Brand im Dorfgemeinschaftshaus zu bekämpfen, mussten vermisste Personen aus dem Gebäude befreit werden. Laienschauspieler des Mimentrupps stellten die Verletzten so "echt" dar, dass einige kleine Kinder unter den Zuschauern sogar zu weinen begannen. Dirk Schöpp, Pressesprecher der Wehr, erklärte den Zuschauern, was sich da vor ihren Augen abspielte. Und gab unter anderem einen Einblick in die Farbenlehre der Warnwesten am Einsatzort: Saarlandweit tragen die Einsatzleiter am jeweiligen Unglücksort eine gelbe Weste, so wie Geislauterns Löschbezirksführer Harald Wilhelm zu Beginn der Übung. Als Pressesprecher trägt Schöpp Grün. Und wer ein Schachbrettmuster auf dem Rücken trägt, überwacht den Einsatz der Kameraden, die Atemschutz tragen. Schöpp: "Der Vorrat in den Pressluftflaschen reicht dafür aus, dass wir 20 bis 25 Minuten im Gebäude arbeiten können."

Schwarzgelb an der Drehleiter

Auch für die Schläuche gibt es eine wichtige Regelung. "Gelb-schwarze Schläuche werden nur an Drehleitern verwendet", zeigte Wehrführer Herbert Broy am entsprechenden Fahrzeug auf dem Schlosspark-Hof. Denn weil die Plattform, an die der Schlauch angekoppelt ist, möglicherweise schnell nach oben gefahren wird, müssen die Rettungskräfte in der Nähe des Schlauchs gut aufpassen.

Im Verlauf der spektakulären Übung konnten die Zuschauer trotz ausführlicher Erklärungen nicht alles sehen. Etwa, dass die im Gebäude eingeschlossenen Personen mit Rettungshauben auf dem Kopf durch den dichten Rauch geführt wurden. Oder die Arbeit mit dem Federkörner: Das Gerät lässt an einem Auto alle Nicht-Verbundglasscheiben mit einem einzigen Schlag zersplittern, so dass man danach beim Rettungseinsatz mit einem dicken Lederhandschuh störende Scheiben leicht wie ein Spinnennetz entfernen kann.