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Regionalverband: Ausbau der Kitaplätze in Völklingen reicht nicht

Stadtrat befasst sich mit neuen Investitionen : Regionalverband: Ausbau der Kitaplätze in Völklingen reicht nicht

Die Stadt Völklingen will den Kita-Ausbau vorantreiben. So soll in Wehrden eine neue Einrichtung der Lebenshilfe entstehen, doch das wird noch lange dauern.

Zwei Projekte zum Ausbau der Kindertagesstätten in Völklingen stehen am Montag auf der Tagesordnung des Stadtrates. Die evangelische Kindertagesstätte im Stadtteil Fürstenhausen soll um vier auf sechs Gruppen erweitert werden. So könnten in einem Neubau zusätzliche 22 Krippen- und 50 Kindergartenplätze entstehen, schreibt die Verwaltung in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Die Stadt soll bauen, der Verbund Evangelischer Kindertageseinrichtungen im Saarland betreibt die Kita. Das macht sie jetzt schon, aber nur in zwei Gruppen. 4,2 Millionen Euro betragen voraussichtlich die Baukosten. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von fünf Jahren. Die Kosten teilen sich Land, Stadt und Regionalverband, teilt Lars Weber, Pressesprecher des Regionalverbandes mit. Die Lebenshilfe Völklingen gGmbH will außerdem eine Kindertagesstätte in Völklingen-Wehrden betreiben, in der behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam betreut werden. 75 Jungen und Mädchen im Alter von 8 Wochen bis zur Einschulung könnten hier versorgt werden. Rund eine Million Euro der Gesamtkosten müsse die Stadt übernehmen, teilt die Verwaltung in einer zweiten Sitzungsvorlage mit.

Der Regionalverband hatte im Januar in einem Papier der Jugendhilfeplanung deutlich gemacht, dass das derzeitige Angebot an Krippen- und Kindergartenplätzen in Völklingen  bei Weitem nicht ausreicht. Bis zum Kindergartenjahr 2022/23 würden 243 Plätze für die Kinder über drei Jahre fehlen. Zu den Krippenplätzen schrieb der Regionalverband: „Eine Elternbefragung 2013 hat eine Bedarfsquote von 31,5 Prozent ergeben, was 376 Plätzen entspräche. Das Angebot einschließlich der Plätze in der Tagespflege erreicht diese Zahl nicht annähernd.“ Selbst durch bereits laufende Ausbaumaßnahmen wie zum Beispiel in der Kita Rheinstraße bleibe es bei einer „deutlichen Unterdeckung“. Ohne die beiden oben beschriebenen neuen Ausbaumaßnahmen wären 23 Prozent der Kinder im Krippenalter versorgt, also viel weniger als der Bedarf von 31,5 Prozent. Die beiden Baumaßnahmen, mit denen sich der Stadtrat jetzt befasst, befinden sich auch erst in der Planungsphase, sagt Regionalverbandssprecher Weber. Sie seien wichtig, um das Platzangebot zu erhöhen. Aber der Regionalverband erneuerte die Forderung, es gebe einen dringenden Bedarf für eine weitere Kindertagesstätte in Völklingen.