| 20:22 Uhr

Leserbriefe
Es ist nicht nur die Rosseler Straße Zum Redaktionsgespräch mit Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU), SZ vom 4. Januar – Zur Verkehrssituation in Ludweiler Im Redaktionsgespräch hat Bürgermeister Bintz sich über politische Entscheidungen sowie die zukünftige Verkehrsregelung geäußert. Bezüglich der Verkehrsregelung sprach er die Raserei in der Rosseler Straße an. Mich ärgert in besonderem Maße, dass alle politisch Verantwortlichen nur die besondere Belastung der Rosseler Straße erwähnen, obwohl auch Hohl-, Händel- und Brahmsstraße durch den stattfindenden illegalen Durchgangsverkehr überaus beeinträchtigt sind. Zur Zeit, das heißt schon etwa zwei Jahre lang, hat dieser Verkehr durch die Bauarbeiten in der Werbelner Straße noch zugenommen und ist eine Zumutung für die Anlieger. Auf die Tatsache, dass diese Straßen wichtige und bedeutende Verkehrswege zur Graf-Ludwig-Schule sind, wird mit keinem Wort eingegangen. Auch hier wird gerast, obwohl die schmalen Gehwege beidseitig der genannten Straßen von Schülern und Anliegern des Seniorenheimes und des Friedhofes benutzt werden. Wenn das Ordnungsamt Geschwindigkeiten überprüft, ist diese Tatsache den entsprechenden Fahrzeugführern längst bekannt, und man fährt in diesem Ausnahmefall geldbeutelschonend. Den politisch Verantwortlichen sei geraten, sich diesem unhaltbaren Zustand auch in den genannten Straßen zuzuwenden und adäquate Lösungen zu finden. Volker Schnur, Ludweiler 30 Jahre lang ist nichts passiert Zum selben Thema Zu den Äußerungen von Bürgermeister Bintz über die Situation in der Rosselerstraße wäre anzumerken: Eine Verkehrszählung hat 2017 bereits stattgefunden. Pro Tag fahren durch diese Anlieger-frei- und Tempo-30-Zone weit über 2000 Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten, die bis in den dreistelligen Bereich gehen. Was Bürgermeister Bintz ebenfalls nicht erwähnt hat, ist die Tatsache, dass diese Situation seit mehr als 30 Jahren so ist und die Stadt seitdem nicht eine einzige Maßnahme durchgeführt hat. Wie es scheint, herrscht in der Völklinger Verwaltung das „Lindnersche Prinzip“: Lieber gar nichts tun, als etwas zu versuchen. Walter Schug, Ludweiler Mitgegangen, mitgehangen

Tempo 30: Schöne Sache – aber man muss die Vorschrift auch durchsetzen.
Tempo 30: Schöne Sache – aber man muss die Vorschrift auch durchsetzen. FOTO: Bernd Wüstneck / dpa
Zum selben Artikel – Über politische Verantwortlichkeit

Kennt man in den Parteien den Spruch „Mitgegangen, mitgehangen“ nicht? Wer zieht die Kopfnicker, Ja-Sager und Handheber der einzelnen Parteien und  Gremien zur Rechenschaft? Reicht es nicht, dass ein Menschenleben (Jochen Dahm) ruiniert wurde? Muss jetzt noch ein weiterer Mensch durch „Nachtreten“ an den Abgrund getrieben werden? Nicht Klaus Lorig kostete Kevin Frank den Oberbürgermeister-Posten, sondern das Verhalten seiner CDU-Parteifreunde. Bei solchen Freunden braucht man sonst kaum noch Feinde. Klaus Lorig hatte sich auf jeden Fall für Kevin Frank eingesetzt. Dies wurde dem Bürger und Wähler auf großen und kleinen Veranstaltungen sichtbar klar. Außen vor gelassen wurde Lorig von der eigenen Partei. Dies zeigte uns nur eins: Wir stehen hinter unseren Leuten – bei Problemen allerdings ganz weit hinten. Jetzt hat es bei der CDU jeder besser gewusst, die Messer sind gewetzt (die Aussagen in diesem Zusammenhang schaden dem Ansehen der Partei nur noch mehr).  Nur, das frage ich mich: Warum konnte man nicht früher eingreifen,  als man die „Probleme“ noch hätte verhindern können? Wurden die, die jetzt am Pranger stehen, nicht da schon im Stich gelassen? Missplanung bei der Vermarktung hatte der Fischzucht den Hals gebrochen. Fehlende finanzielle Unterstützung vom Land führte zum Genickbruch. Die CDU und alle anderen Parteien sollten bei aller notwendigen Kritik eins nicht vergessen: Hinter jedem Posten steht ein Mensch, und Menschen machen Fehler. Man sollte sich jetzt rechtzeitig besinnen und zum „Schutze“ eines Menschen handeln. Vernichtung ist auf jeden Fall der falsche und unmenschliche Weg. Wie anfangs erwähnt: „mitgegangen, mitgehangen“. Selbst mit im Glashaus sitzend, sollte keine der Parteien jetzt mit Steinen werfen.