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FCS soll in Völklingen bleiben
Rat will FCS im Neuberger-Stadion behalten

Der Fans des 1. FC Saarbrücken können wohl weiter im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen jubeln.
Der Fans des 1. FC Saarbrücken können wohl weiter im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen jubeln. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Beim Fußball wäre das ein schier wahnwitziges Rekordergebnis. Mit über 40 Treffern bei nur einem Gegentor hat der FC Saarbrücken nun die entscheidende Abstimmung über den Platz im Völklinger Stadtrat gewonnen. Von Bernhard Geber

  Der Völklinger Stadtrat hat sich am Donnerstagabend mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen, dass der 1. FC Saarbrücken in Völklingen bleibt. Laut Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) gab es in der nicht öffentlichen Sitzung nur eine Gegenstimme. Somit hätte der FCS zumindest dieses Sympathie-Duell sozusagen mit 44:1 gewonnen. Lorig erhielt vom Stadtrat den Auftrag, die Vertragsverhandlungen mit den Saarbrückern zu Ende zu führen. Hier geht es vor allem darum, das Hermann-Neuberger-Stadion schnell für die Anforderungen der dritten Bundesliga fit zu machen. Die Stadt möchte aber ihrerseits angesichts des zu erwartendem Ansturms erreichen, dass die Parkverhältnisse geregelt werden und die Sauberkeit im Umfeld stimmt, so Lorig.


Der Völklinger Oberbürgermeister hat nach eigenen Angaben bereits am Freitagmorgen die so genannte Stadion-Verfügbarkeit erklärt, „damit Völklingen überhaupt im Spiel ist“. Lorig gab damit dem DFB offiziell die Zusicherung, dass das Neuberger-Stadion zu den geplanten Terminen zur Verfügung steht. Eine Ortsbesichtigung durch DFB-Vertreter hatte schon stattgefunden. Der FCS hatte bereits vor Monaten – damals vorsorglich – einen kompletten Bauantrag im Völklinger Rathaus eingereicht. Dieser beinhaltet eine Erweiterung der Zuschauerplätze auf 10 0001, davon 2000 Sitzplätze, eine Aufrüstung der Flutlichtanlage und auf Sicht auch den Einbau einer Rasenheizung. Lorig betonte am Freitag, dieser Bauantrag sei komplett genehmigungsfähig. Auch von Seiten des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz gebe es keine Bedenken.

Bisher waren auch weitere Ausweich-Standorte für den Ludwigs­park, der noch länger eine Baustelle sein wird, im Gespräch. Der FCS, derzeit weiter auf dem Vormarsch in die dritte Bundesliga, steht allerdings unter Zeitdruck. Bis zum kommenden Freitag muss er laut Lorig dem DFB seine künftige Spielstätte benennen. Der FCS hatte sein zuständiges Vorstandsmitglied in die Stadtratssitzung am Donnerstagabend geschickt. Nach einer „sehr intensiven und konstruktiven Diskussion“ seien nahezu alle Ratsmitglieder überzeugt gewesen, so Lorig.  Der FCS-Vertreter habe sich hier „sehr positiv“ über die bisherige Zusammenarbeit mit der Stadt und die Spielstätte geäußert. Eine konkretere Aussage gab es laut Lorig am Donnerstagabend noch nicht.



Den Stadion-Umbau will der FCS aus eigener Tasche bezahlen. Im Rat gab es allerdings Befürchtungen, dass Folgekosten an der Stadt hängen bleiben, wenn der FCS Völklingen wieder verlässt. „Eine Rasenheizung, die nicht eingeschaltet wird, verursacht auch keine Kosten“, lautete eine Antwort dazu. Eine stärkere Flutlichtanlage käme auch dem SV Röchling zu Gute. Der Heimverein, der um den Klassenerhalt in der Regionalliga kämpft, hatte bereits für einen Verbleib der Saarbrücker in Völklingen plädiert. Das Parkplatzproblem soll durch eine Abmachung mit dem Weltkulturerbe entschärft werden. Fans könnten, wenn sie zu Stande kommt, ihre Autos auf dem dortigen großen Parkplatz abstellen und würden per Shuttle-Bus zum Stadion befördert. Lorig zusammenfassend: „Wenn die Abmachung so zu Stande kommt, haben sowohl der SV Röchling als auch die Stadt etwas davon.“ Die Bauarbeiten müssten bereits mit der Sommerpause beginnen.

Zu den Schattenseiten gehörte, dass bei so genannten Risikospielen gelegentlich schon massive Polizei-Einsätze nötig waren.
Zu den Schattenseiten gehörte, dass bei so genannten Risikospielen gelegentlich schon massive Polizei-Einsätze nötig waren. FOTO: Andreas Schlichter