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An der Lauterbacher Hauptstraße: Raser bereiten Kopfzerbrechen

An der Lauterbacher Hauptstraße : Raser bereiten Kopfzerbrechen

Lauterbacher Ortsrat besichtigt Gefahrenpunkt für Fußgänger.

Ortsvorsteher Dieter Peters (SPD) hat zur Visite tatsächlich sein eigenes Metermaß mitgebracht. Hauptstraße 287 in Lauterbach, Mittwoch, Punkt 17.30 Uhr: Der Ortsrat ist erschienen, der Völk­linger Tiefbauchef Manfred Preuß auch, Mitglieder der Stadtverwaltung, die Presse. Hier, knapp 500 Meter von der Grenze entfernt, befindet sich „Paris Turf“, ein Wettbüro. Auf Französisch warnt hier auch ein Straßenschild mit den Worten „Attention!  En Allemagne priorité  aux pietons!“

Um eben jene Fußgänger, hauptsächlich Eltern mit Kindern oder auch Senioren mit Rollator, macht sich der Ortsrat Gedanken, vor Haus Nummer 287. Denn hier ist der Bürgersteig schmal, der Ortsvorsteher hat’s gemessen. Und gerast wird auch, während des Ortstermines überholt ein Wagen einen anderen mitten im Ort, beide mit französischem Kennzeichen. „Fünfzig ist der nie und nimmer gefahren“, sagt einer und hat wohl Recht.  Und vor dem  Turf  parkt ein Auto, ebenfalls aus Frankreich,  lässt wenig Platz für Fußgänger, offensichtlich ein Dauerzustand.

Das Problem, Raser einerseits, Knappparker andererseits,  ist erkannt, wie lautet die Lösung? Darüber besteht im Ortsrat noch keine feste Meinung. „Parken nach Vorschrift durch die Anwohner wäre eine Lösung, aber dazu werden die wenigstens bereit sein, aus Angst, sie bekommen den Spiegel abgefahren“, sagt Ortsvorsteher Peters. „Wir könnten hier einen Fahrradschutzstreifen anlegen“, meint Erik Roskothen, Orts- und Stadtrat von der SPD-Fraktion. Tiefbauexperte Preuß bringt den Bau einer Parkbucht vor dem Turf ins Gespräch, aber: „Dazu brauchen wir in jedem Fall ein Gutachten und das Okay  des Landesbetriebes für Straßenwesen.‘“ Thomas Rouget (CDU) hält das für einen guten Vorschlag.  Wenn eine belastbare Planung vorliege, werde man sich der Lösung nicht verschließen. Joachim Zenner (SPD) mahnt: „Wir schaffen uns selbst die Probleme. Wer soll das später alles überwachen?“

Vertagt, Ortswechsel! In der Hauptstraße, an der Zufahrt zur Paulinus-Pfarrkirche, dem Warndtdom, befindet sich derzeit noch eine alte Telefonzelle – außer Betrieb! Drinnen liegen Stroh, eine leere Flasche, Dreck. Der Betreiber, die Telekom, wird diese Zelle bald entfernen; sie soll durch eine schlichte Säule ersetzt werden. Jetzt machen sich die Ortsrats-Mitglieder Gedanken darüber, ob der Standort bleiben oder um einige Meter verlegt werden soll, um den Blick auf den Warndtdom nicht einzuschränken. „Vorsicht!“, sagt Tiefbauer Preuß, „wenn wir verlegen, entsteht Mehraufwand, den sich die Telekom bestimmt bezahlen lässt.“ Telekom anschreiben, dann weiter entscheiden!

Schließlich und endlich geht es im Lauterbacher Ortsrat noch um die Neugestaltung des Glashüttenplatzes. Dort soll/muss auf jeden Fall der Asphaltbelag ersetzt werden. Warum nicht gleich noch einen  ordentlichen Gehweg zur Feuerwehr schaffen? Diesen Vorschlag macht der Ortsvorsteher, auch sei die Rede davon, den Glashüttenplatz zu einer Art Festplatz für Vereine auszubauen. Die Verwaltung wird beauftragt, einen  Gestaltungsvorschlag zu erarbeiten und dabei auch die Kosten (bisher sei man, so Preuß, von ungefähr 60 000 Euro ausgegangen) nicht zu vernachlässigen.