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Workshop
Schüler rappen über ihre Träume

  Mohi, Mohamed, Maurizio, Drehmoment (Markus Trennheuser), Conner, Emirhan und Fabian (von links) nehmen in der Schule eigene Musik auf.
Mohi, Mohamed, Maurizio, Drehmoment (Markus Trennheuser), Conner, Emirhan und Fabian (von links) nehmen in der Schule eigene Musik auf. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Musiker Drehmoment alias Markus Trennheuser aus Saarlouis gab einen Workshop an der Grundschule. Von Thomas Annen

Nicht nur die 16 Workshopteilnehmer freuen sich auf den Besuch von Rapper Drehmoment. „Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen“, verrät Schulsozialarbeiterin Susanne Gentes auf dem Hof der Grundschule Bergstraße/Röchlinghöhe. Während sie auf den Gast wartet, erzählt sie von dem Projekt: Mit fachmännischer Unterstützung sollen die Kinder einen eigenen Rap-Song produzieren.


Drehmoment heißt mit bürgerlichem Namen Markus Trennheuser. Der studierte Kulturwissenschaftler ist 35 Jahre alt und lebt in Saarlouis. Anlässlich der vom Pop-Rat Saarland gestarteten Initiative „Pop goes Grundschule“ hat er seit Anfang 2017 rund 15 Schulen besucht. Der Verein finanziert die Hälfte des Rap-Projekts, um die andere Hälfte kümmert sich die jeweilige Grundschule.

Pünktlich biegt der Besucher um die Ecke. „Mir ist es wichtig, dass ich die Kids da abhole, wo sie stehen und die Texte, die wir zusammen schreiben, etwas mit der Lebenswirklichkeit der Kinder zu tun haben“, erklärt Drehmoment. Kurz darauf wird der Klassensaal zu einem Tonstudio. Neben Laptop und Mikrofon packt der Musiker weitere technische Geräte aus.



Vor der Praxis ist aber erst noch ein bisschen Theorie angesagt. Drehmoment erzählt von den Anfängen des Raps in New York. Und er dämpft die Hoffnung der Dritt- und Viertklässler auf schnellen Reichtum. „Es gibt nur ganz wenige Rapper, die von ihrer Musik leben können“, betont er. Seine wichtigste Regel für den Kurs: Keiner lacht den anderen aus. Jetzt fehlt nur noch ein gemeinsamer Schlachtruf. „Ahuuuuu!“, donnert es durch den Saal.

Als der Gast zum Mikrofon greift und zwei Songs zum Besten gibt, stimmen die Schüler beim Refrain mit ein. Anschließend wandert das Mikro von Schüler zu Schüler, auch die Nachwuchsrapper haben bereits einiges zu sagen. Der Profi lobt das Taktgefühl, findet die Aussprache aber verbesserungswürdig.

Bevor an der gefeilt wird, muss die Gruppe zunächst ein Song-Thema finden. Schule, Familie, Freundschaft und Traurigkeit beschäftigen den Nachwuchs. Überraschenderweise stimmen viele für das Thema „Wolken“. Bei der Stichwahl kommt es zum Patt. Die Schüler-Gruppe, die sich mit ihren Träumen und Zielen beschäftigen möchte, ist genauso stark wie die Wolken-Fraktion. Deshalb werden nun wohl zwei Songs produziert.

Noch vier Mal treffen sich die Jungs und Mädchen mit Drehmoment. In Gruppen werden die Texte erarbeitet, die Beats produzieren die Schüler mit einer Musiksoftware ebenfalls selbst. Das Ergebnis wird dann auf CD zu hören sein und auch öffentlich präsentiert. Beim Schulfest und beim Gemeindefest auf der Röchlinghöhe wollen die Grundschüler ihren Rap vortragen.