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Völklingen ist für Radler eine Herausforderung
Radler haben es in Völklingen schwer

 Radfahren wird immer mehr zum Volkssport. Während sich Städte wie Völklingen – übrigens auch Saarbrücken – mit dem Ausbau eines Radwegenetzes schwer tun, gehört die Universitätsstadt Freiburg längst zu den beliebtesten Adressen unter Radlern in Deutschland. Der Fahrrad-Abstellplatz an zentraler Stelle spricht für sich.
Radfahren wird immer mehr zum Volkssport. Während sich Städte wie Völklingen – übrigens auch Saarbrücken – mit dem Ausbau eines Radwegenetzes schwer tun, gehört die Universitätsstadt Freiburg längst zu den beliebtesten Adressen unter Radlern in Deutschland. Der Fahrrad-Abstellplatz an zentraler Stelle spricht für sich. FOTO: dpa / Rolf Haid
Völklingen. Mit Unterstützung von Experten untersuchte der Völklinger Ortsrat die Verkehrssituation, die Radfahrer in der Hüttenstadt vorfinden. Vorschläge für eine Verbesserung der Situation gab es auch.

Eine Besichtigung stand am Mittwochnachmittag auf der Tagesordnung des Völklinger Ortsrates. Hans Holderbaum informierte die Kommunalpolitiker über die Schwierigkeiten, mit denen Radler zwischen Weltkulturerbe und Bahnhof zu kämpfen haben. Der Experte ist Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs und Leiter der Fahrrad-Projektgruppe des Völklinger Sicherheitsbeirats. Ebenfalls beratend mit von der Partie: Beiratschef Werner Michaltzik.


Wer nach dem Besuch des Weltkulturerbes mit dem Rad in die City möchte, hat einen beschwerlichen Weg vor sich. Hinter der Unterführung müssen die Pedaleure auf die Straße, unterhalb des Alten Bahnhofs endet der offizielle Radweg. Eine Einfädelspur, so die Fachleute, würde die Situation entschärfen. Um die Markierung aufzubringen, könnte die Busspur einige Meter verkürzt werden. Für die Kühlweinstraße empfehlen Holderbaum und Michaltzik so genannte Schutzstreifen. Wird kein Radler gefährdet, dürfen diese Markierungen von Autos überfahren werden. Die Kommunalpolitiker signalisierten Unterstützung, ein Beschluss wurde jedoch nicht gefasst.

Während der anschließenden Sitzung im Neuen Rathaus beschloss der Ortsrat, der Stichstraße, die von der Moselstraße zum Tennisclub Heidstock führt, einen Namen zu geben. Sie heißt nun „Am Oswaldberg“. Der Name erinnert an den ersten Völklinger Bademeister.



Wolfgang Lorenz (Grüne) stimmte dagegen, er sprach sich für den Namen „An der Fliehburg“ aus. Der Tennisclub hatte um eine Benennung gebeten. Sie ermöglicht nun eine eindeutige amtliche Anschrift; damit ist der Verein für Ortsunkundige besser zu finden.

Für die Benennung von Straßen ist allein der Ortsrat zuständig. Die Frage der Umbenennung der Ausländergedenkstätte auf dem Völklinger Waldfriedhof wird im Ortsrat laut Verwaltung aber nur vorberaten. Die Entscheidung fällt der Stadtratsausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Aufgrund einer Eingabe der Bürgerinitiative gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit sowie des Stadt- und Ortsratsmitglieds Georg Jungfleisch (Linke) hatte die Verwaltung geprüft, ob die Bezeichnung „Ausländergedenkstätte“ in „Zwangarbeitergedenkstätte“ geändert werden kann. Das Ergebnis laut Sitzungsvorlage: Da sich ein Fünftel der Inschriften auf Säuglinge bezieht, „scheint der Begriff ‚Zwangsarbeitergedenkstätte‘, auch wenn es Kinder von Zwangsarbeitern waren, wenig zutreffend und ist daher nicht gerechtfertigt.“ Eine Umbenennung der Anlage in „Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit in Völklingen“ sei jedoch möglich. Georg Jungfleisch plädierte für diesen Namen.

Die übrigen Ortsratsmitglieder beschlossen jedoch, eine Entscheidung zu vertagen. Sie sehen noch Beratungsbedarf. Der neue Archivar, der in Kürze seinen Dienst antritt, soll den Rat gemeinsam mit Volkshochschuldirektor Karl-Heinz Schäffner über das Thema informieren.

Gegen Ende der Sitzung erklärte Ortsratsmitglied Sascha Pfeiffer, dass er aus der NPD ausgetreten ist. Im Stadt- und im Ortsrat wird er nun als parteiloses Mitglied weiter mitarbeiten.

 Unterhalb des Völklinger Bahnhofs endet der offizielle Radweg. Hier empfehlen die Experten die Kürzung der Busspur. 
Unterhalb des Völklinger Bahnhofs endet der offizielle Radweg. Hier empfehlen die Experten die Kürzung der Busspur.  FOTO: BeckerBredel