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Radfahrer testen Völklinger City: Vieles könnte verbessert werden

Radfahrer testen Völklinger City: Vieles könnte verbessert werden

Die meisten kommen mit dem eigenen Drahtesel, einige leihen sich ein E-Bike aus. Die Elektroräder werden der Gruppe vom Weltkulturerbe kostenlos zur Verfügung gestellt. Rund 20 Radler begrüßt Werner Michaltzik, der Vorsitzende des Völklinger Sicherheitsbeirates, auf dem Parkplatz der Völklinger Hütte.

Auch ein Rollstuhlfahrer ist mit von der Partie. Viele Teilnehmer sind Kommunalpolitiker, die sich in Stadt- oder Ortsrat engagieren. Während ihrer zweistündigen Ausfahrt wollen sie kritische Punkte im Radwegenetz unter die Lupe nehmen.

Geführt wird die Truppe von Hans Holderbaum. Der Experte ist Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs und Leiter der Fahrrad-Projektgruppe des Sicherheitsbeirats. Der Beirat, erläutert Werner Michaltzik, möchte mehr Menschen aufs Rad und mehr Touristen in die Innenstadt bringen. Auch die Radler wollen in die City. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich. Unterhalb des Alten Bahnhofs müssen sie sich in den Verkehr einfädeln, hier endet der offizielle Radweg. Behindert wird das Manöver ausgerechnet durch Fahrradständer. Ob hier oft Räder abgestellt werden?

Verwunderung auch im Bereich des Neuen Rathauses: Radweg-Hinweisschilder zeigen dort die Richtung an. Folgen darf ihnen der Biker aber nicht. Zumindest nicht auf dem Fahrrad. Ein anderes Verkehrsschild macht deutlich, dass man hier nur per pedes durch darf.

Da keine Konkurrenz von Autofahrern droht, ließe sich das Fußgänger-Schild wohl problemlos entfernen. Spaziergänger und Radler könnten die Wege dann gemeinsam nutzen. "Es gibt viel zu viele Schilder in Völklingen ", stellt Hans Holderbaum fest. Neben überflüssigen Verkehrszeichen trüben auch rücksichtlose Zeitgenossen das Fahrvergnügen. Während der 14-Kilometer-Tour umkurvt die Gruppe Glasscherben und Autos, die auf der Radspur parken.

Über den Trampelpfad, der von Aldi in der Straße Im Betzen an die Saar führt, erreichen die Radler den Leinpfad. Würde der schmale Weg offiziell für Radler ausgebaut, könnten Aldi-Kunden über eine kleine Schleife sicher in die Innenstadt gelangen. Niemand müsste sich mehr durch die Unterführung an der Karolinger Brücke kämpfen, um auf die andere Seite der Karolingerstraße zu gelangen. Nur mit Geschick und ordentlich Muskeleinsatz lässt sich das Rad in dem Tunnel über die steile Rampe drücken.

Viele Ideen der Radler würden sich mit wenig Geld umsetzen lassen. Busspuren könnten für Biker freigegeben werden, auf einigen breiten Straßen wäre Platz für einen Radfahrstreifen. Und wenn die Poststraße für Radler auch gegen die Einbahnrichtung geöffnet würde, wäre die Routenplanung viel einfacher.

Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) zeigte sich den Verbesserungsvorschlägen gegenüber aufgeschlossen. "Schicken Sie mir das Protokoll zu", sagt der Völklinger Verwaltungschef. Doch selbst die Radexperten des Sicherheitsbeirates haben nicht für jedes Problem eine Lösung. Auch sie wissen nicht, wie sich die Situation in der Hallerstraße entschärfen lässt. Im Bereich des Kaufland-Parkplatzes führt der Radweg über die stark befahrene Straße.

Kontakt zur Projektgruppe "Mit dem Fahrrad durch Völklingen - aber sicher!": Hans Holderbaum, Telefon (06898) 294335, E-Mail hans.holderbaum@adfc-saar.de